FOTO: © Symbolbild: Anthony Gucciardi

300 Jahre Neugier. Verborgenes Wissen aus der Wunderkammer

Das sagt der/die Veranstalter:in:

2025 jährt sich die Wiedereröffnung der Kunst- und Naturalienkammer der Stiftungen, einer der besterhaltenen frühbürgerlichen Universalsammlungen. Die Jahresausstellung möchte einerseits Bilanz ziehen und die großartige Leistung der Rekonstruktion und Zugänglichmachung der Kammer 1995 erinnern und würdigen – sowie andererseits eine Art Bedienungsanleitung für das »begehbare Exponat Wunderkammer« in der Gegenwart des 21. Jahrhunderts bieten.

Der Rundgang startet in der Zeit um 1990 und erzählt die spannende Rekonstruktion und Zugänglichmachung der vor 30 Jahren fast vergessenen Kammer. Im Treppenaufgang des Waisenhauses werden großformatige Fotos gezeigt, die den bedauernswerten, ja desaströsen Zustand der fast vergessenen Kammer kurz vor ihrer Rettung und Restaurierung eindrucksvoll dokumentieren.

Von dort aus begeben Sie sich auf einen Ausstellungsparcours mit sieben thematischen Räumen, die den Bogen vom einzigartigen Ordnungssystem der Objekte und Sammlungsmöbel bis hin zur damals hochmodernen Systematisierung der Naturalien spannen. Begeben Sie sich auf Spurensuche nach verlorenen und rätselhaften Objekten, nähern Sie sich dem Indienschrank vielstimmig aus postkolonialer Perspektive, folgen Sie in einer Zeitreise den Besucher:innen des 18. Jahrhunderts und lassen Sie den Blick über die Wunderkammerlandschaft im 21. Jahrhundert schweifen.

»Die Neugier, die beim Besuch einer Wunderkammer in der Frühen Neuzeit durch vielfältige Assoziationsketten und das komplexe Zusammenspiel von Raum, Mobiliar, Exponaten, Ordnungsmustern und Erzählungen ausgelöst wurde und auch entstehen sollte, funktioniert damals wie heute. Die Sammlung birgt ein enormes Potential, uns auch im 21. Jahrhundert zu faszinieren, anzuregen und aufzuklären.« 
Kuratoren Tom Gärtig, Philipp Wille und Prof. Dr. Holger Zaunstöck

Zur Jahresausstellung ist am 3. November 2025 der Begleitkatalog erschienen, der die Geschichte der Kunst- und Naturalienkammer seit ihrer Wiedereröffnung 1995 beleuchtet. Er zeigt, wie in Halle der Makrokosmos im Mikrokosmos abgebildet und Wissen als Weg zu Staunen und Erkenntnis verstanden wurde – von barocken Sammlungssystemen über Physikotheologie bis hin zu aktuellen postkolonialen Perspektiven.

Location

Franckesche Stiftungen Franckeplatz 1 06110 Halle (Saale)

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