FOTO: © Abdoul Karim Martens + Dominik Sartor, dérivedérive, 2025. Courtesy of the artists. Foto: Abdoul Karim Martens

Abdoul Karim Martens + Dominik Sartor: dérivedérive

Das sagt der/die Veranstalter:in:

dérivedérive ist eine temporäre Intervention im öffentlichen Raum von Abdoul Karim Martens und Dominik Sartor. Ausgehend von Guy Debords Konzept der dérive – einem absichtslosen Umherschweifen durch die Stadt, geleitet von ihren Atmosphären – versteht die Arbeit den urbanen Raum als Gefüge aus Affekten, Begegnungen und latenten Spannungen. Sie schlägt vor, Zweckmäßigkeit auszusetzen, und begreift die Stadt als kollektiv geformten Raum. Indem sie sich Privatisierung und kapitalistischer Logik widersetzt, beansprucht die Arbeit den Stadtraum als Ort geteilter Erfahrungen, Ressourcen und Teilhabe.

Unter Bezugnahme auf das Recht auf Stadt (Henri Lefebvre) installieren die Künstler für einige Stunden eine freistehende, mobile weiße Wand an ausgewählten Orten im Stadtraum – im Hafen von Münster, einem kulturell geprägten Quartier mit historischen Industriegebäuden, sowie im Hoppengarten, auf einem gemeinschaftlich genutzten Acker der Initiative Erntezeit, gegenüber dem ehemaligen Heerde-Kolleg. Die Wand versperrt keine Wege und schränkt keine Nutzung ein; vielmehr fügt sie sich als subtile Irritation in die bestehende Infrastruktur ein und trägt auf ihrer Oberfläche die Arbeiten der Künstler. Zeitlich begrenzt und vollständig reversibel hinterlässt dérivedérive nach dem Abbau keine physischen Spuren. Trotzdem verschiebt die Intervention die Wahrnehmung und schärft den Blick für jene feinen Übergänge, Brüche und Atmosphären, die den Alltag strukturieren.

In Münster erscheint die Arbeit erstmals im institutionellen Rahmen und kehrt das Prinzip des White Cube um: Während der Ausstellungsraum als Depot fungiert – die verpackte Wand und die Arbeiten ruhen auf einem Wagen in der Galerie –, wird der Außenraum für eine temporäre, mobile Präsentation aktiviert. Am Morgen verlassen die Künstler die Stadthausgalerie, rollen den Wagen durch die Stadt und errichten die Wand vor Ort, um ihre Arbeiten zu zeigen. Am Abend bauen sie die Installation wieder ab und bringen sie zurück in die Stadthausgalerie.

Location

Kunsthalle Münster / Wasserseite Öffentlicher Platz

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