Die Ausstellung „Erst recht!“ zeigt Bilder der Künstlerin Sophie Linde von Unterdrückung und Widerstand und ist bis zum 20. Juni 2026 im Waldheim „Clara-Zetkin-Haus“ Sillenbuch zu sehen. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung spricht Sophie Linde mit dem Schriftsteller Mesut Bayraktar (zuletzt „Die Lage“ und „Linke Melancholie“) über Möglichkeiten und Grenzen einer klassenkämpferischen Kunst.
Mesut Bayraktar liest aus seinem Gedichtband „Linke Melancholie“ über Wut, Einsamkeit und Solidarität, wobei Melancholie nicht als lähmende Schwermut, sondern als Quelle utopischer Kraft erscheint. Anhand seines Essays „Der proletarische Körper“ wird es um Ästhetik im Klassenkampf und die Rolle von Kulturschaffenden angesichts realer Gewalt und Ohnmacht im Kampf um gesellschaftliche Veränderung gehen.
Wie muss Kunst aussehen, die Klassenbewusstsein fördert und gegen Scham, Selbsthass und individuelle Resignation wirkt? Es geht um die Herausforderungen bei der Entwicklung einer aktuellen politischen (Bild-)Sprache und das Verhältnis von Kunst zu Erkenntnis und politischer Bildung, auch im Vergleich von bildender Kunst und Literatur.
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