Im November 2021 verlassen 26 Kunstwerke Paris, welche aus dem Königreich Dahomey von französischen Kolonialtruppen Ende des 19. Jahrhunderts geraubt, um an ein Museum in ihrem Herkunftsland, dem heutigen Benin, zurückgegeben zu werden. Drei Jahre später wird bei der Berlinale der französisch-senegalesischen Regisseurin Mati Diop der Goldene Bär verliehen für ihren Dokumentarfilm "Dahomey" über die Reise der Artefakte von Paris über Cotonou nach Abomey-Calavi. Der Film steht im größeren Zusammenhang mit Rückgabeforderungen verschiedener Akteure aus afrikanischen Staaten, von denen zahlreiche Kunstwerke in der vorkolonialen und kolonialen Zeit geraubt wurden.
Zum ersten Mal wird am 28. Mai eine Cinéclub Ausstrahlung von einer Diskussion gefolgt, zu der wir die Experten für Rückgabepolitik und Provenienzforschung, Dr. Richard Hölzl und Dechanel Kouameny Tankeu, eingeladen haben.
18Uhr: Vorführung von "Dahomey"
"Dahomey" verbindet Fiktion und Realität, um die Reise von 26 beninischen Kunstwerken zu erzählen, die bis 2021 im Musée du quai Branly – Jacques Chirac in Paris ausgestellt sind. Mati Diop gibt den Artefakten zunächst eine Stimme und filmt gleichzeitig den sorgfältigen Verpackungsprozess der Werke – eine Begegnung zwischen dem Heiligen und dem Profanen.
Im Anschluss an die offizielle Übergabe der Kunstwerke in Cotonou filmt Mati Diop eine Studentendiskussion an der Universität Abomey-Calavi. Dabei werden insbesondere die Frage erörtert, ob es sinnvoll ist, Voodoo-Kunstwerke unter westlichen Konservierungsbedingungen aufzubewahren, sowie das Verhältnis zwischen der Anzahl der zurückgegebenen und der geraubten Kulturgüter debattiert.
19:20 Uhr: Themen der Diskussion
Nach der Filmvorführung werden zwei Experten über Rückgabepolitik und Provenienzforschung diskutieren, wobei der Schwerpunkt auf Frankreich und Benin sowie auf Deutschland und Kamerun liegen wird. Welche institutionellen Maßnahmen werden ergriffen, um Rückgabeanträgen und Provenienzforschungen nachzukommen? Wie lassen sich die Sammlungen europäischer Museen dekolonisieren, in denen viele Werke in kolonialen Kontexten gewaltsam angeeignet werden?
Panelisten: PD Dr. Richard Hölzl (Museum Fünf Kontinente; ODAYO-Projekt) und Dechanel Kouameny Tankeu (Georg-August-Universität Göttingen).
Praktische Informationen
Der Film wird auf Französisch mit deutschen Untertiteln gezeigt. Die Diskussion findet auf Deutsch statt.
Kostenloser Eintritt nach Online-Anmeldung bei: kultur.muenchen@institutfrancais.de
Preisinformation:
Der Eintritt ist frei nach Online-Anmeldung unter: kultur.muenchen@institutfrancais.de
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