War es der Umzug von Dresden ins Rheinland, die neue Stelle als Musikdirektor in Düsseldorf, das dortige Publikum, das ihn begeistert begrüßte? Robert Schumann scheint sich jedenfalls in einer Art kreativem Delirium befunden zu haben, als er 1850 in kaum zwei Wochen sein Cellokonzert aufs Papier warf: Kein bravouröser Hochseilakt, keine Selbstdarstellung des Solisten als Löwenbändiger seines Instruments, sondern eine Komposition voller Zauber und erzählerischer Kraft, durchaus auch eingetrübt von dunklen Schatten ... Vorahnungen zukünftiger seelischer Katastrophen im Leben des Komponisten? Die junge Cellistin Anastasia Kobekina ist Absolventin der Kronberg Academy, mit der das Gürzenich-Orchester in dieser Saison seine Kooperation fortsetzt. Inzwischen ist Anastasia Kobekina auf der ganzen Welt unterwegs, die Zeitung »Le Figaro« bezeichnete sie kurz und bündig als »unvergleichliche Musikerin« – eine Idealbesetzung also für eines der innigsten, tiefsinnigsten Cellokonzerte der Romantik.
Auch der erste Entwurf zur 2. Sinfonie Schumanns entstand wie im Fieber: Nach nur 16 Tagen war er fertig, die Ausarbeitung dauerte dann wesentlich länger. Schumann befand sich damals in einer tiefen Krise, hatte einen psychischen und physischen Zusammenbruch hinter sich. Später beschrieb er, wie er durch die Arbeit an seiner Zweiten Linderung und Heilung erfuhr: »Die Symphonie schrieb ich im Dezember 1845 noch krank; mir ist´s als müßte man ihr dies anhören. [...] Im letzten Satz fing ich an, mich wieder zu fühlen.«
Robert Schumann
Ouvertüre zu Manfred op. 115
1848–52
Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129
1850
Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61
1845–46
Anastasia Kobekina Violoncello
Riccardo Minasi Dirigent
Preisinformation:
Tickets für junge Erwachsene für 8 € Preise 60/48/38/26/20/12 €
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