EMBODIED_DISSENT – Festival des zeitgenössischen israelischen Tanzes in Kassel
PROGRAMM
Mi, 21. Jan, 19.30 Uhr, Stadtbibliothek:
TANZ_Mittwoch - Tanz in Zeiten des Krieges – Körper im Widerstand
Fr, 23. Jan, 18 Uhr, Foyer INTERIM:
Fr, 23. Jan, 19 Uhr, INTERIM:
tHE bAD von Hofesh Shechter / Shuv von Eyal Dadon
Sa, 24. Jan, 18 Uhr, Schauspielhaus:
Gastspiel 1|2|3 – Plattform für neue Choreograf:innen
Sa, 24. Jan, 20:15 Uhr, TiF - Theater im Fridericianum:
So, 25. Jan, 11 Uhr, SoZo Visions in motion, Grüner Weg 15-17:
Masterclass zeitgenössischer Tanz
So, 25. Jan, 20:15 Uhr, TiF - Theater im Fridericianum:
Mit ikonischen Tanz-Kreationen von TANZ_KASSEL, die in den letzten zwei Jahren gemeinsam mit prägenden israelischen Choreographen wie Hofesh Shechter, Eyal Dadon, Yossi Berg und Oded Graf entwickelt wurden, zeigt das Festival eine große Bandbreite schillernder und atemberaubender Bewegungsformen in Kassel und dokumentiert die künstlerische Relevanz und ästhetische Vielfalt der bedeutenden zeitgenössischen Tanztradition aus Israel. Hinzu kommen Kreationen von Roni Chadash, Michael Getman und Klil Ela Rotshtain sowie die Nachwuchsplattform 1|2|3 des Suzanne Dellal Centre for Dance and Theatre, Tel Aviv. Gemeinsam zeichnen diese Arbeiten ein choreografisches Bild davon, wie Körper auf Veränderung reagieren, wie Bewegung Erinnerung speichert und wie künstlerische Handschriften kulturelle Zugehörigkeit ausdrücken können – ohne auf plakative Aussagen reduziert zu werden.
Inmitten aktueller politischer Spannungen bietet das Festival Raum für differenzierte künstlerische Stimmen – jenseits nationaler oder politischer Zuschreibungen. Es versteht Tanz als Medium des Erinnerns, des Dialoges und des Widerstands, das gerade in krisenhaften Zeiten neue Perspektiven eröffnet. Künstlerische Ausdrucksformen spiegeln nicht automatisch politische Positionen wider. Die Choreograf:innen und Tänzer:innen, die an EMBODIED_DISSENT teilnehmen, unterstützen nicht notwendigerweise die Politik ihrer Regierung. Vielmehr vertreten sie ein breites Spektrum an Standpunkten – darunter auch kritische und widerständige.
Gerade in Krisenzeiten ist es entscheidend, unterschiedlichen und teils kontroversen künstlerischen Stimmen Gehör zu verschaffen. Kunst spiegelt den gesellschaftlichen Puls wider: Strömungen, Spannungen und Fragen, die in der Öffentlichkeit präsent sind. Sie darf nicht durch politische Vorgaben eingeschränkt oder durch Boykotte unterdrückt werden. Unterschiedliche künstlerische Perspektiven sind unverzichtbar – als Raum für Reflexion, Kritik und neue Sichtweisen. EMBODIED_DISSENT versteht sich als Plattform für genau solche Stimmen – zur Auseinandersetzung, zur Erfahrung und zum Austausch.
Zugleich ist EMBODIED_DISSENT eine Einladung, sich mit Bewegung auseinanderzusetzen, die berührt – nicht nur durch Lautstärke, sondern auch durch Nuancen. Nicht nur durch inhaltliche Behauptungen, sondern auch durch die schiere Präsenz im Raum. Ein Anlass für alle, die Tanz als Ort des Dialogs, der Aufmerksamkeit und der gemeinsamen menschlichen Erfahrung verstehen möchten. Tanz als Übergangsraum für Reflexion und Gespräch – in dem verschiedene Perspektiven nebeneinander bestehen dürfen und können.
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