FOTO: © Fabien Prioville

Fabien Prioville Dance Company: ONES UPON ZEROS

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Ein multidisziplinäres Tanzprojekt über Bewusstsein, Realität und Quantencomputing

Was bleibt von Wirklichkeit, wenn Gewissheiten zu Wahrscheinlichkeiten werden? Wenn Beobachtung das Beobachtete verändert? Wenn Technologien unser Selbstbild verschieben?
Im Zentrum steht der Körper – als Sensor, Widerstand, Resonanzraum. Die Bühne wird zum Labor, in dem Realität nicht vorausgesetzt, sondern befragt, verhandelt und bewegt wird. Quantencomputer operieren jenseits binärer Logik in Schwebezuständen – und fordern unsere Vorstellung von Wahrheit und Entscheidung heraus. ONES UPON ZEROS begegnet dieser Unschärfe mit Bewegung, Präsenz und poetischer Präzision.
Zwei Tänzer*innenpaare agieren in parallelen – physischen und virtuellen – Realitäten. Wie verschränkte Teilchen beeinflussen sie einander über Räume hinweg. Mixed Reality, KI und Datenvisualisierung verschmelzen mit der Choreografie. Das Publikum wird nicht nur Zeug*in, sondern Teil des Systems: Seine Anwesenheit verändert das Geschehen.

ONES UPON ZEROS macht erfahrbar: Realität ist kein fester Zustand, sondern ein dynamischer Aushandlungsprozess – und jede*r ist Mitgestalter*in einer Welt im Wandel.
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts zeigt die Quantenphysik, dass sich das Verhalten von Materie nicht vollständig vorhersagen lässt. Darauf basiert das Quantencomputing. Anders als klassische Computer, die mit Nullen und Einsen arbeiten, nutzen Quantencomputer Qubits. Diese können gleichzeitig 0 und 1 sein – in unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten. So lassen sich viele Möglichkeiten parallel berechnen und komplexe Aufgaben deutlich schneller lösen.

Von Oktober 2025 bis Juli 2026 entwickelt FPDC ein Tanzstück für vier Tänzer*innen in Kooperation mit MIREVI, dem Department für Mixed and Virtual Reality der Hochschule Düsseldorf. Im künstlerisch-wissenschaftlichen Prozess untersucht das Team, wie Quantencomputing, Virtual und Augmented Reality unsere Wahrnehmung und die Konstruktion von Alltag verändern.

Technologieeinsatz
Live-Tanz verbindet sich mit Projektionen, Datenvisualisierungen, KI-Elementen und VR-Interaktionen. Klanglandschaften und gezielt eingesetzte Sprache verdichten die Atmosphäre. Augmented Reality blendet digitale Elemente in Echtzeit in den Bühnenraum ein – eine Überlagerung von Realität und Simulation, die neue choreografische Räume eröffnet.

Performance und Beobachtung
ONES UPON ZEROS schafft einen Erfahrungsraum, in dem Zuschauer*innen zu Mitgestalter*innen ihrer eigenen Realität innerhalb der Performance werden. Die Arbeit greift die Idee eines ‚partizipativen Universums‘ auf – die Annahme, dass Realität durch Beobachtung bewusst handelnder Wesen entsteht.
Damit stellt sich auch eine Machtfrage: Wer bestimmt, welche Realität wir wahrnehmen – Mensch oder Maschine? Und wie stark prägen Technologien bereits unsere Sicht auf die Welt?

Das Stück knüpft an die langjährige Auseinandersetzung der FPDC mit den Schnittstellen von physischer und virtueller Realität an – zuletzt in DANCING AUDIENCE (2023) und DIGILAND (2024).

Dauer: ca. 60 Min.

Location

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