Zur Ausstellung
Das Fenstermotiv ist in der Malerei ein ganz wichtiges Thema. Überlegungen zum Bild als Fenster reichen bis in die Renaissance zurück und finden seitdem weltweit Darstellung in künstlerischen Œvres. Ob im Vordergrund oder als reines Hintergrundelement, das Fenster ist weit mehr als nur die Darstellung einer Öffnung. Es ist ein Element, das zwei Welten trennt und zugleich verbindet. Licht, Luft und Landschaft treffen auf gebauten Innenraum. Das Fenster ermöglicht uns als eine Art optisches Medium einen gerahmten Weitblick aus häuslicher Enge. Der Ausschnitt wird Bild, die Transparenz des Fensters Bild- und Bedeutungsträger.
Zwei Künstler, zwei Blicke, ein Thema: die Werke von Eduard Bargheer und Rudolf Kügler erzählen von der Auseinandersetzung mit dem Sujet Fenster als Schwelle zwischen Drinnen und Draußen, gelegentlich als Lichtquelle oder als Bild im Bild. Die Ausstellung lädt die Besucher ein, sich selbst an dieser Schwelle zu verorten, den Blick in Landschaften schweifen zu lassen und zu hinterfragen, wie man den Blick in die Wirklichkeit bildhaft gestalten kann.
Eduard Bargheer (1901 – 1979), der an internationalen Ausstellungen wie der Biennale in Venedig 1948 und der documenta I & II beteiligt war, ging von einem expressionistischen Einfluss aus. Er entwickelte eine Form der Transfiguration von Wirklichkeit, bei der die Seherfahrung in symbolisches und zweidimensionales „Gewebe“ übersetzt wird. Seine einzigartige Position, inspiriert von der Harmonie von Farbe und Licht in Paul Klees Tunis-Bildern, brachte ihm in einer Rezension die Bezeichnung „Magier im Zwischenreich“ ein.
An seine Seite tritt Rudolf Kügler (1921 – 2013), eine wichtige Figur der Berliner Nachkriegsmoderne. Auch er war auf internationalen Ausstellungen vertreten, so zum Beispiel auf der documenta II und erhielt zahlreiche Preise. Als Schüler von Max Kaus abstrahiert ebenfalls Kügler von der sichtbaren Welt. Sein umfangreiches Schaffen reicht von Malerei über Collagen bis zur Bildhauerei und er erkundet Architektur und Landschaft mit besonderem Gefühl für Licht und Raum. Zahlreiche Reisen führten ihn ebenso wie Bargheer auf Mittelmeerinseln (Ibiza bzw. Ischia), wo sie sich zeitweise ganz niederließen und wodurch ihr Werk stark beeinflusst wurde.
Die Ausstellung schafft einen beeindruckenden Überblick darüber, wie sich das Thema Fenster im Laufe des 20. Jahrhunderts verwandelte. Sie zeigt zwei parallele, aber auch unterschiedliche Wege, die das Poetische, zugleich auch Strenge des Fensters in ihrer jeweils persönlichen Bildsprache behandeln.
Eduard Bargheer (1901 – 1979), aufgewachsen in Hamburg-Finkenwärder, kurze Zeit Schüler von Friedrich Ahlers-Hestermann und Paul Kayser, 1929-33 Mitglied der Künstlervereinigung Hamburgische Sezession, 1939 Übersiedlung nach Italien, nach dem Krieg fester Wohnsitz in Forio auf der Insel Ischia im Golf von Neapel.
Rudolf Kügler (1921 – 2013) studierte 1946/47 an der Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin Weissensee, 1948-54 an der Hochschule der Künste in Berlin, wo er von 1955 – 86 als Professor tätig war. In den 1960er Jahren Begegnungen mit Eduard Bargheer, der von 1963-65 dort ebenfalls eine Professoren-Stelle innehatte. Ab 1969 regelmäßige Aufenthalte auf Ibiza.
Preisinformation:
regulär € 9,-* ermäßigt € 6,- Familien € 10,- (2 Ers. + Kinder) Gruppen € 7,- (pro Pers., ab 10 Pers.) Führungen € 8,- (zuzügl., pro Pers.) *Mit dem regulären Tagesticket erhalten Sie am gleichen Tag ermäßigten Eintritt in den 2 anderen Museen im Jenischpark, dem Ernst Barlach Haus und dem Jenisch Haus
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