FOTO: © Anita Toutikian mit dem Bild ihrer Familie in einer Ausstellung in Istanbul. @Kâzım Gündoğan

Gedenkveranstaltung zum 111. Jahrestag des Völkermords im Osmanischen Reich

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Andacht 

Der 24. April ist der Gedenktag an den Völkermord im Osmanischen Reich: Am 24. April 1915 ließ die türkische Regierung führende armenische Intellektuelle und Politiker in der Hauptstadt Konstantinopel verhaften und ins Landesinnere verschleppen, wo die meisten von ihnen ermordet wurden. Die Verhaftungen bildeten den Auftakt zu einem Verbrechen, dem bis 1922 über drei Millionen Christen – Armenier, Griechen sowie Assyrer, Aramäer und Chaldäer – zum Opfer fielen.

Armenierinnen und Armenier, die den Völkermord 1915/16 im Osmanischen Reich als Schutzsuchende bei der alevitischen Bevölkerung überlebten, wurden zwei Jahrzehnte später als Aleviten vom türkischen Staat verfolgt. Heute suchen deren Nachfahren nach ihrer kulturellen und religiösen Identität. In seinem auf Türkisch und Deutsch veröffentlichten Buch „Alevitische und alevitisierte Armenier (Alevileş(tiril)miş Ermeniler)“ hat der Autor, investigative Schriftsteller und Dokumentarfilmer Kâzım Gündoğan Interviews mit Menschen armenischer Herkunft aus der ostanatolischen Region Dersim versammelt, die auf eindrucksvolle Weise zeigen, wie die Erfahrungen von Genozid, Massengewalt und Vertreibung die Überlebenden und ihre Nachfahren auf nachhaltige Weise prägen. Insbesondere zeigt es, was es heißt, infolge eines Völkermords die eigene ethnische und religiöse Identität nicht länger bewahren zu können.

Rede zum Anlass des Tages: 

Dr. Tessa Hofmann, Genozidforscherin, Philologin und Autorin, zu dem Buch „Alevitische und alevitisierte Armenier (Alevileş(tiril)miş Ermeniler)“

Musikalisches Rahmenprogramm: 

Silva Schmedding-Farmasian (Klavier) und Polina Senatulova (Geige)

Moderation: 

Nahren Youssef, Sozialwissenschaftlerin 

 

Eine Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg in Kooperation mit der Hauptkirche St. Petri

Unterstützt durch die Armenische Gemeinde zu Hamburg von 1965 e. V., die Syrisch-Orthodoxe Kirche Hamburg, die Interkulturelle Denkfabrik e. V., die Alevitische Gemeinde Deutschland – Regionalvertretung Norden und den Mar Gabriel Verein e. V. 

Location

Hauptkirche St. Petri Sonstiges

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