Als mir klar geworden ist, dass man nur ungefähr 4000 Wochen lebt, wenn man 80 Jahre alt wird, war das ein Schock. Ich bin jetzt 51 – das sind noch knapp 30 Sommer. Das war in einer Phase, in der es nach vielen Jahren mit Charterfolgen, Awards, Auftritten in TV-Shows und einer Tour nach der anderen nicht mehr so rund lief und ich eine unerwartete Atempause bekam, die mich zum Nachdenken brachte. Der Rausch, den ich sehr genossen habe, aber der auch anstrengend sein kann, ebbte ab und ich stand vor der Frage, wie es weitergeht. Heute würde ich es als "Gesundschrumpfen" bezeichnen, aber damals war das natürlich erst mal ungewohnt. Zum Glück war ich schon immer ein Familienmensch und kann meinen Alltag total genießen. Ich bin vollkommen glücklich, wenn ich meine Tochter in die Schule bringe, einkaufe, Mittagschlaf mache, ein Buch lese, mit dem Hund spazieren gehe, abends die Pflanzen gieße und einfach Zeit habe. Das war der Punkt, an dem ich dachte: Ich muss das ja auch nicht machen.
Vermutlich war das der Schlüssel, dass die Tür irgendwann doch wieder aufging und der Drang Songs zu schreiben, zurückkam. Unter einer Voraussetzung: Ich habe beschlossen, nur noch Dinge zu machen, auf die ich richtig Bock habe – ohne dass mir jemand reinredet. Vielleicht wird es dann nicht mehr so groß wie früher – aber das fühlt sich sogar gut an, weil die Leute, die es lieben, es dann wirklich lieben. Ich möchte Musik machen, weil es Spaß macht und nicht, um Verträge oder Erwartungen zu erfüllen.
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