Ende März, 2029. Deutschland steht erneut vor einer vorgezogenen Bundestagswahl. Die Regierung ist gescheitert, die politischen Lager stehen sich noch unversöhnlicher gegenüber als zuvor, und während rechte Milizen durch die Städte ziehen und unbehelligt Selbstjustiz üben, stirbt Jonas’ Vater. Das Verhältnis der beiden war immer ambivalent: Niemandem fühlte Jonas sich in guten Zeiten näher, vor nichts fürchtete er sich mehr als vor dem plötzlich ausbrechenden Jähzorn des Vaters.
Währenddessen bereitet sich Estelle, die mit Jonas eine Affäre hat, auf die drei letzten Wahlkampftage vor. Sie schreibt Reden für Sandra Terzinger-Köhn, die hoffnungsvollste Gegenkandidatin zu den in Umfragen führenden Konservativen. Doch als die Politikerin nach einem rechten Terrorangriff ihre Überzeugungen über Bord wirft, um sich Macht zu sichern, muss Estelle sich die Frage stellen, ob sie bereit ist, ihre eigenen Ideale zu verraten.
In seinem Debütroman Hier ist der Beginn und das Ende ist dort erzählt Jean-Philippe Kindler politisch hellsichtig von einer Welt, die sich radikalisiert hat, er erzählt empathisch von zwei Menschen, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben stehen, weil ihnen der Halt abhanden gekommen ist. Und er entwirft eine Utopie, um der Kälte etwas entgegenzusetzen: Was, wenn wir zum Wir zurückfinden?
Moderation: Marie Köhler
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