In Laura Bernhardts Deutschland erwacht, bleibt aber liegen provoziert eine Sie auf Social Media zwischen Girl Boss-Attitüde und Judenwitzen und formt ihren arischen Body beim Aquafit. Während Zweifingerbart und Seitenscheitel den Nazi-Lifestyle schon von früher kennen, fragt Irgendwer: „Was soll das sein, dieses Deutsche? Nicht im Takt klatschen können und doch der Hang zur rhythmisch-debilen Begeisterung von Massen, die fatal enden muss?“
Regie: Felix Römer
Gegenfeuer von Julie Guigonis schaut in die Vergangenheit einer Freund*innengruppe. Damals, als Bremse noch da war, waren sie durch Zuneigung und den Kampf gegen die ungerechten Verhältnisse vereint. Bremse und Kette, die Punker, waren ein Teil ihrer Jugend, bis Bremse gegen die neoliberalen Härten nicht mehr ankommt. „Der Feind bist nicht du / Der Feind sind die Verhältnisse“.
Regie: Donnie Gonzalez
Mein Star von Nika Matteo Hauger bringt queere Körper und Beziehungen aufs Fußballfeld. Dort finden Eri, nichtbinär, und Stern, trans*weiblich, zueinander. „Lieber schalte ich mein Hirn aus, als keine Tore mehr zu machen“, sagt Stern und wird eine Utopie verwirklichen: Sie wird Profispielerin. Auch wenn Eris Karriere durch einen Kreuzbandriss verunmöglicht wird, bleibt die Liebe zwischen den beiden – und Stern spielt für Eri.
Regie: Malte Buchloh
Oskar Luiz Bonns Krankenhausstück wagt ein Experiment: die Putzkraft wird zum Krankenpfleger, die Nachtschwester zur Patientin. Durch ihr lustiges Spiel fällt schnell auf, dass die Verhältnisse im Krankenhaus kaum richtige Fürsorge und Behandlung erlauben. „Whatever it takes und so weiter. […] Das Problem ist einfach, dass ich all das mache, all das aushalte und dafür belohnt werde mit ein paar Schlägen ins Gesicht“, sagt Arzt Peter und träumt mit seinen Kolleg*innen von einem besseren System.
Regie: Sasha Kait