Julie Comparini, Alt
Joelle (Yonit) Kosovske, Klavier
Die französische Komponistin Rita Strohl war ein erfolgreiches Jungtalent. Im Jahr 1912 zog sie sich aber bewusst von der Pariser Musikszene in den kleinen Ort Bièvres zurück, um dort ein experimentelles Theater zu gründen. Ihr Rückzug aus der Pariser Szene bedeutete künstlerische Unabhängigkeit, aber auch den Verlust der öffentlichen Aufmerksamkeit. So geriet sie in nahezu vollkommene Vergessenheit.
Lili Boulanger hingegen zog sich nicht freiwillig aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Seit ihrer frühen Kindheit an chronischen Lungenentzündungen und Morbus Crohn erkrankt, musste sie weitgehend in Isolation leben. Dennoch gewann 1913 als erste Frau den premier grand prix des renommierten Kompositions-Wettbewerbs Prix de Rome. Sie starb mit nur 24 Jahren.
Ein Rückzug aus der gewohnten beruflichen und kulturellen Umgebung war damals wie heute häufig mit einem Verlust an Anerkennung und Unterstützung verbunden. Das galt vor allem für Frauen, die ohnehin nur selten als ernstzunehmende Komponistinnen anerkannt wurden. Und doch haben beide Komponistinnen aus der Abgeschiedenheit heraus Klangwelten von großer Weite und Strahlkraft erschaffen.
Zu Lebzeiten sind sich Rita Strohl und Lili Boulanger wohl nie begegnet. Der künstlerischen Dialog, der in der Realität nie stattgefunden hat, wird hier in der intimen Form eines Liederabends suggeriert.
Rita Strohl
Dix Poésies mises en musique (1901)
Drei Lieder für Singstimme und Klavier (1895-1897)
Lili Boulanger
Quatre Chants (1910-1916)
Preisinformation:
Die Konzerte in der Klosterkirche St. Marien und St. Martini können auf Spendenbasis durchgeführt werden. Der Eintrittspreis für die Villa Ichon beträgt 20€, ermäßigt 15€.
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