Die Spinne, dieses achtbeinige, behaarte Wesen, das seit über 300 Millionen Jahren in Höhlen und auf Bäumen lebt, hat sich tief in unseren realen und imaginären Kellern und Dachböden – und nicht zuletzt im Unbewussten – eingenistet.
In seinem assoziationsreichen Porträt spannt Lothar Müller ein dichtes Netz aus erhellenden wie obskuren Deutungen dieser fremdartigen und doch allgegenwärtigen Tiere: von Kierkegaards Existenzfragen über Spiderman, der nie ganz Spinne wird, von Marx’ Arbeitswertlehre im Kontext der »Spinning Jenny« bis zum Arachne-Mythos als Ursprung des Erzählens als Widerstand und zu Louise Bourgeois’ monumentalen Spinnen als schützende Figuren. Am Beispiel von Maria Sibylla Merians lange unterschätzter Entdeckung der Vogelspinne beleuchtet Müller zudem männliche Vorurteile in der Wissenschaft.
Lothar Müller, geboren 1954 in Dortmund, ist Journalist und Literaturwissenschaftler. Er schreibt u. a. für das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung und den Deutschlandfunk und ist seit 2010 Honorarprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Die Lesung ist Teil der von Judith Schalansky herausgegebenen Reihe „Naturkunden“, in der Autorinnen und Autoren kenntnisreich von Tieren, Pflanzen und anderen Naturphänomenen erzählen, und einer langjährigen Veranstaltungsserie auf Schloss Benrath.
Moderation: Michael Serrer (Literaturbüro NRW).
Dauer: 90 Minuten
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