Bereits mit dem ersten Takt ist eigentlich alles klar: Hier geht es um eine große Tragödie, um Ehrgeiz, Ehre, Rache und Selbstmord. In nicht einmal zehn Minuten erzählt Ludwig van Beethoven die dramatische Geschichte des römischen Feldherrn Coriolan, der zu den Sternen griff und im Abgrund endete: Eine meisterhafte musikalische Charakterstudie, auftrumpfend, voller Gefühlsausbrüche, mit titanischem Feuer.
Im Gegensatz zur Coriolan-Ouvertüre, die Beethoven offenbar leicht von der Hand ging, war sein 3. Klavierkonzert eine schwere Geburt. Immer wieder stockte der kreative Fluss, andere Projekte kamen dazwischen, und auch nach drei langen Jahre des Skizzierens, Verwerfens, Komponierens war das Werk noch nicht fertig. Die Uraufführung fand dennoch statt: Am Flügel der Komponist selbst, der den Solopart zwar bereits im Kopf, aber noch nicht auf dem Papier hatte, ihn aber dennoch bravourös spielte. Das 3. Klavierkonzert ist ein Leuchtfeuer seiner Gattung, denn es ist nicht mehr nur ein Paradestück für einen Virtuosen mit Orchesterbegleitung, sondern – völlig neu – genaugenommen eine Sinfonie mit konzertierendem Klavier. Paul Lewis als Solist ist ein würdiger Nachfolger des herausragenden Pianisten Beethoven.
Vier Tage für den Entwurf einer kompletten Sinfonie, drei Wochen bis zur Vollendung der Partitur: »Sie ist in feuriger Stunde geboren«, bekannte Robert Schumann in Bezug auf den Schaffensrausch, aus dem die 1. Sinfonie hervorging – ein grandioser Wurf voller Licht, Glanz und seelenvoller, romantischer Innigkeit. Eine »Frühlingssinfonie« ist sie in mehrfacher Hinsicht: Er habe sie zum Ende des Winters geschrieben, »in jenem Frühlingsdrang, der den Menschen wohl bis in das höchste Alter hinauf und in jedem Jahr von neuem überfällt.« Zudem beschreibt sie Schumanns Frühling der Seele, hatte er doch vor Kurzem nach langen Kämpfen Clara Wieck geheiratet. Antonello Manacorda feiert den triumphalen Aufbruch des Komponisten ins Reich der großen Sinfonik – auch dies ein Frühling der ganz besonderen Art.
Ludwig van Beethoven
Ouvertüre zu Coriolan op. 62
Konzert für Klavier und Orchester
Nr. 3 C-Moll op. 37
Robert Schumann
Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 38
»Frühlingssinfonie«
1841
Besetzung
Paul Lewis Klavier
Antonello Manacorda Dirigent
Preisinformation:
Tickets für junge Erwachsene U29 für 8 € Preise 60/48/38/26/20/12 €
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