Als Johann Sebastian Bach 1723 nach Leipzig kam, rollte ihm niemand einen roten Teppich aus. Für den Rat der Stadt war er nicht die erste Wahl als neuer Thomaskantor: „Da man nun die besten nicht bekommen könne, müsse man mittlere nehmen.“ Wie ein Basso continuo, eine fortlaufende Bass-Stimme, begleiteten den Thomaskantor die Konflikte um Macht und Musik mit der nach seiner Aussage „wunderlichen und der Music wenig ergebenen Obrigkeit“; Schauplatz war meist das Alte Rathaus. Er erwog ernsthaft, aus Leipzig wieder wegzugehen. Letztendlich blieb Bach 27 Jahre, bis zu seinem Tod, in der Stadt und komponierte hier seine besten Werke.
Führung mit Kerstin Sieblist, Kuratorin für Musik- und Theatergeschichte im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig
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