Zwischen 1919 und 1925 entstanden in Österreich einige auf ein jüdisches Publikum zugeschnittene Filme, darunter auch diese bemerkenswerte Komödie, in der das östlich-orthodoxe und das westlich-assimilierte Judentum aufeinandertreffen. Molly und ihr Vater, ein in die USA ausgewanderter Millionär, sind zur Hochzeit einer nahen Verwandten nach Polen gereist. Die junge, quirlige Frau, die in ihrer Freizeit schon einmal die Boxhandschuhe überzieht, hat so gut wie nichts mit Tradition und dem einfachen Leben im Schtetl zu tun – Missverständnisse sind vorprogrammiert. OST UND WEST wurde im Atelier der Listo Film unter Mitwirkung zahlreicher Darsteller der Freien Jüdischen Volksbühne in Wien gedreht.
Unterlegt mit Originalmusik der weltberühmten Geigerin Alicia Svigals und des gefeierten Pianisten Donald Sosin in Live-Aufführung.
Alicia Svigals, Geigerin, Komponistin und Mitbegründerin der Grammy-gekrönten Klezmatics, ist die weltweit führende Klezmer-Geigerin. Sie hat die Tradition des Klezmer-Geigenspiels, die bis zur Aufnahme ihres Debütalbums „Fidi“ in den 1990er Jahren vom Aussterben bedroht war, fast im Alleingang wiederbelebt. Svigals hat mit dem Geiger Itzhak Perlman gespielt und für ihn komponiert und arbeitete mit dem Kronos Quartet, den Dramatikern Tony Kushner und Eve Ensler, dem Dichter Allen Ginsberg, Robert Plant und Jimmy Page von Led Zeppelin, Debbie Friedman und Chava Albershteyn zusammen. Für ihre Originalmusik zum Film THE YELLOW TICKET aus dem Jahr 1918 erhielt sie einen Auftrag der Foundation for Jewish Culture und ist MacDowell-Stipendiatin. Im Februar 2018 veröffentlichten Svigals und der Jazzpianist Uli Geissendoerfer die BEREGOVSKI SUITE, ihre Fantasie über Klezmer-Melodien, die aus dem Archiv des sowjetisch-jüdischen Ethnomusikologen Moshe Beregovski aus dem frühen 20. Jahrhundert stammen. Im Mai 2023 wurde Svigals vom Jewish Theological Seminary für „außergewöhnliche Beiträge zur Kunst und zum jüdischen Leben“ die Ehrendoktorwürde in Geisteswissenschaften verliehen. Im Juni 2024 veröffentlichte sie ihr neuestes Album, FIDL AFIRE, auf dem Label Borscht Beat – eine Rückkehr zu ihren Wurzeln mit einer vollbesetzten Partyband. Im August 2024 wurde ihr das NYSCA/NYFA-Künstlerstipendium 2024 für Volks- und traditionelle Künste verliehen.
Donald Sosin ist Komponist, Arrangeur, Pianist und Dirigent. Er wuchs in Rye, New York, und München auf. Fünfzehn Jahre lang arbeitete er am Broadway und seit 1971 komponiert und begleitet er Stummfilme musikalisch. Er ist in den gesamten Vereinigten Staaten aufgetreten, unter anderem in Spielstätten wie dem Lincoln Center, dem MoMA und dem Kennedy Center sowie bei bedeutenden Filmfestivals in Telluride, San Francisco sowie in Europa und Asien, mit regelmäßigen Auftritten in Bologna und Pordenone. Sosin nimmt für die Labels Criterion, Kino, Milestone und Flicker Alley sowie für die Deutsche Kinemathek, Lobster Films und Arte auf und erhielt Aufträge vom Chicago Symphony Chorus, vom San Francisco Chamber Orchestra und vom Jerusalem Symphony Orchestra. Ein bedeutender Teil seines Schaffens widmet sich jüdischen Themen. Er hat Filmmusiken zu Werken wie JEWISH LUCK, BREAKING HOME TIES und THREE WOMEN beim New York Jewish Film Festival aufgeführt. Gemeinsam mit Alicia Svigals schrieb er Filmmusiken zu OST UND WEST (1923), DAS ALTE GESETZ (1923), DIE STADT OHNE JUDEN (1924) und THE MAN WITHOUT A WORLD (1990), die international aufgeführt wurden. Zu seinen jüdisch geprägten Kompositionen zählen außerdem jiddische Liedbearbeitungen, die Schabbat-Kantate SHIR HADASH (1974), die Opern ESTHER und A PARAKEET NAMED DREIDEL sowie THREE PSALMS FOR ORCHESTRA (2009).
Tickets unter: https://cinematheque-leipzig.de/programm/filme/ost-und-west/
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