Die internationale Gruppenausstellung Radikale Hoffnung zeichnet nach, wie Künstler*innen von der Moderne bis in die Gegenwart Arbeitskämpfe thematisieren – dokumentarisch, poetisch, kritisch, radikal, solidarisch und aus eigener Betroffenheit.
Anfang des 20. Jahrhunderts rückt die Kunst den Kampf der arbeitenden Klasse gegen soziale Missstände in den Fokus. Ab den 1960er Jahren wirken sich die Arbeitskämpfe auf die eigene künstlerische Praxis aus, wenn Künstler*innen selbst in den Streik treten. Auch über die Kunst hinaus erzeugen Widerstände gegen Arbeit bis heute eindrucksvolle Bilder und Praktiken, die sich fortlaufend den globalen Entwicklungen anpassen.
In Gelsenkirchen gehört dazu auch ein feministisches Kapitel des Arbeitskampfes: Arbeiterinnen erstritten hier Anfang der 1980er Jahre Lohngleichheit und wurden damit Teil einer europaweiten Bewegung, zu der auch die von Künstlerinnen initiierte Kampagne „Lohn für Hausarbeit“ in Italien zählt. Beide Positionen sind Bestandteil der Ausstellung, die unterschiedliche künstlerische Perspektiven und Praktiken des Arbeitskampfs zeigt und zugleich die vielfältigen Überschneidungen zwischen Protestästhetiken in Kunst und Alltag in den Blick nimmt.