FOTO: © Mainfranken Theater

Opern-Doppelabend ROSSE - PAGLIACCI

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Opern-Doppelabend von Winfried Zillig und Ruggero Leoncavallo

Zwei Männer, zwei Welten. Beide verlieren den Halt, als ihre Realität ins Wanken gerat. In Winfried Zilligs selten gespieltem Einakter Rosse gerät der Rossknecht Franz aus der Bahn, als die Frau seines Bauern ihm ein Gerücht ins Ohr setzt: Die geliebten Pferde könnten bald durch Maschinen ersetzt werden. Als ein Landmaschinenhändler diese Ahnung bestätigt, tötet Franz ihn im Rausch. Doch selbst dieser Ausbruch rettet ihn nicht. In tiefer Verzweiflung wählt Franz den Freitod. – Auch in Leoncavallos Pagliacci führt eine tiefe Kränkung zur Tragödie. Canio, Leiter einer Schauspieltruppe, muss erkennen, dass der Verrat seiner Frau Nedda nicht Spiel, sondern bittere Realität ist. Auf der Bühne wird aus Eifersucht Mord – die Komödie ist zu Ende!

Winfried Zillig (1905–1963), in Würzburg geboren, war ein bedeutender Komponist, Musiktheoretiker und Dirigent der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als Meisterschüler Arnold Schönbergs verband er die Techniken der Neuen Wiener Schule auf dem Weg zur Zwölftonmusik mit einer eigenen dramatischen Handschrift. Seine erste Oper Rosse, nach dem gleichnamigen Drama von Richard Billinger, wurde 1933 in Düsseldorf uraufgeführt; ein expressives Kammerspiel über Einsamkeit und seelische Zerrüttung einer ländlichen Welt im Umbruch. Leoncavallos Pagliacci (1892) dagegen steht mit seiner eindringlichen Mischung aus Spiel und Wirklichkeit exemplarisch für den italienischen Verismo.

Im Vorfeld der Premiere des Opern-Doppelabends wird das Mainfranken Theater zudem ein Symposium ausrichten, das einerseits den Versuch einer kritischen Würdigung des Komponisten und Dirigenten Winfried Zillig unternehmen wird, andererseits den Menschen Winfried Zillig und seine Rolle und Funktion im NS-Staat wissenschaftlich beleuchten wird.

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