FOTO: © The Jewish Monkeys

The Jewish Monkeys

Das sagt der/die Veranstalter:in:

The Jewish Monkeys
08.02.
Einlass: 18:30
Genre: SKA, Folk-Punk
Vvk.: 24,-€ (zzgl. 1,-€ Gebühren + 7% Mwst.)
https://www.tixforgigs.com/Event/70815


Die Jewish Monkeys, eine Band aus Israel, gehen auf Tournee in Deutschland. Ausgerechnet jetzt? Wie das?
In einer Zeit, in der Israel in der öffentlichen Wahrnehmung fast ausschließlich mit Gaza, Kriegsverbrechen und moralischer Polarisierung verbunden wird – und in der
sich Clubs und Veranstalter scheuen, israelische Künstler einzuladen –, kommen die Jewish Monkeys über das erste Februarwochenende für vier Konzerte nach Deutschland.
Die wilde, witzige und provokative Rockband aus Tel Aviv, verwurzelt in der jiddischen Musiktradition, gastiert Anfang Februar in vier deutschen Städten. Den Anstoß zu dieser
Mini-Tour gab eine Einladung von Professor Michael Braungart zu seiner Abschiedsfeier an der Leuphana Universität Lüneburg.
Der Gründer der Cradle-to-Cradle-Bewegung und international renommierte Vordenker der Umweltbewegung ist keineswegs blind für das Leid, das durch Israels Politik und militärisches Handeln verursacht wird. Er hält jedoch den kulturellen Boykott einer
ganzen Gesellschaft – ihrer Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller, ihres Humors und ihrer Fähigkeit zur Selbstkritik – für eine Sackgasse.

Die Jewish Monkeys kommen nicht mit dem Anspruch, zu verteidigen oder zu rechtfertigen, sondern tun, was sie immer getan haben: Mit scharfen Texten nehmen sie unsere allzu menschliche, neurotische, widersprüchliche und oft selbstzerstörerische
Natur aufs Korn – besonders die der Männer, sich selbst eingeschlossen – und entfesseln von Klezmer-, Punkrock- und Balkan-Ekstase befeuerte Livekonzerte.
Nach fünf Jahren Corona, Krieg und Depression veröffentlichten sie erstmals wieder einen neuen Song, zugleich Titel der Mini-Tour: „Meet Me In The Middle“ – eine Verballhornung des verbreiteten Drangs, es sich in der eigenen Mittelmäßigkeit bequem
zu machen. Satire ist Widerstand: gegen Extremismus, Reinheitsfantasien und moralische Selbstgewissheit. In Zeiten scheinbar unüberwindlicher Meinungs- und
Grabenkämpfe insistieren die Jewish Monkeys auf Ironie, Demut, Liebe und Lachen – und auf dem Recht, mit den eigenen Widersprüchlichkeiten jenen den Zerrspiegel
vorzuhalten, die in Radikalität und Starrsinn gestrandet sind.

Wer sich grundsätzlich gegen eine israelische Band auf einer europäischen Bühne
sperrt, möge sich auf Instagram den Reel ihres Konzerts in Dresden aus dem Jahr 2015 anschauen: einen der großen Momente ihrer Karriere, als sie vor einem enthusiastischen Publikum syrischer Geflüchteter mit einer Punkrock-Version eines
alten jiddischen Liedes begeisterten und für eine wohltuende, kurze Ewigkeit das krankhafte Festhalten an feindseligen Identitäten dahinschmolz.

Die Jewish Monkeys haben auf europäischen Festivals gespielt, auf antifaschistischen Kundgebungen, in Flüchtlingslagern und im deutschen Fernsehen. Die meisten ihrer rund 500 Gigs zwischen 2014 und 2020 fanden in Deutschland statt – vielleicht, weil
das hiesige Publikum instinktiv spürte, wie sehr vor seinen Augen wieder jener jüdische Geist lebendig wurde, der „damals“ im braunen tausendjährigen Reich liquidiert wurde.
Maxim Biller schrieb einmal sinngemäß über diese Band, dass jiddischer Rock und Pop wohl ungefähr so geklungen hätten, hätte der Holocaust nicht stattgefunden.

Wir sehen uns in der Konzerthalle.
Zieht euch nicht zu warm an.
Musikalische Ekstase fordert Schweiß – und Tränen.

https://www.jewishmonkeys.com/

Location

Stellwerk Hannoversche Str. 85 21079 Hamburg

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