Der auch als “roter Tänzer” bekannte Jean Weidt (1904–1988) ließ für seine Choreographie Unter den Brücken von Paris 1931 einige Masken anfertigen, die sich heute im Tanzarchiv an der Universitätsbibliothek Leipzig befinden. Die ausdruckststarken Gesichtsmasken des jüdischen Künstlers Erich Goldstaub (1943/44 im KZ Auschwitz ermordet) vermitteln das Leiden von Obdachlosen.
Weidt zeigte diese Choreografie im Lauf seines Lebens in mehreren Fassungen, während seines Exils in Frankreich wie auch später in der DDR. Als Ausdruckstänzer und Homosexueller sah er sich dort jedoch mit Anfeindungen durch die Kulturpolitik konfrontiert, die seinem Tanz Formalismus vorwarf und in der Folge seine Arbeitsmöglichkeiten stark einschränkte. Dennoch konnte er an der Komischen Oper in Berlin mit seiner Gruppe Junger Tänzer wichtige Impulse des Ausdruckstanzes an die nächste Generation vermitteln.
Die Ausstellung steht im Kontext des Forschungsprojektes “Kulturerbe Tanz in der DDR” am Institut für Theaterwissenschaft.
Eröffnung mit einem Vortrag zu "Jean Weidt, die Masken und der Tanz in der DDR" und anschließendem Rundgang.
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