»Die Symphonie ist wunderbar, großartig, ganz überwältigend! Besonders der letzte Satz, […] bei dem sich das Herz einem förmlich erweitert, wie Frühlingsluft nach langen trüben Tagen erquickt.« Wenn das kein Lob ist! Und dann auch noch aus der Feder von Clara Schumann, ehrliche Kritikerin, Beraterin und enge Freundin von Johannes Brahms. Was da warm und dunkel in den Saal strömt, um sich dann immer mehr aufzuhellen und strahlend, jubelnd, triumphierend zu enden, war indes eine schwere Geburt: Nicht weniger als 14 Jahre lang mühte sich Brahms mit seiner 1. Sinfonie ab, verwarf, unterbrach, zweifelte – vor allem an sich selbst. »Ich werde nie eine Symphonie komponieren. Du hast keinen Begriff, wie es unsereinem zumute ist, wenn er immer so einen Riesen hinter sich marschieren hört«, so der Komponist an den Dirigenten Hermann Levi. Der Riese ist Ludwig van Beethoven, den Brahms in höchstem Maß als Vorbild verehrte, von dessen Genialität er sich aber zugleich eingeschüchtert und im eigenen Schaffen gehemmt fühlte. Am Ende ging dann doch noch alles gut, die 1. Sinfonie ist eines der grandiosesten Meisterwerke der Musikgeschichte. Andrés Orozco-Estrada knüpft an die große Tradition des Gürzenich-Orchesters an, das mit der Sinfonik von Brahms besonders eng verbunden ist. Mit von der Partie in einer der bewegendsten Chor-Kompositionen von Brahms ist der Wiener Singverein, einer der besten Konzertchöre der Welt.
Eher weniger von Selbstzweifeln gepeinigt war Leonard Bernstein, als Komponist und Dirigent eine fulminante Jahrhundert-Erscheinung voller Kraft, Überraschungen und nie versiegender Kreativität. Seine Chichester Psalms für Knabenstimme, gemischten Chor und ein riesiges Orchester feiern in einem virtuosen Brückenschlag zwischen jüdischer Musiktradition und »klassischer« westlicher Musik des 20. Jahrhunderts impulsiv und mitreißend den Frieden.
Johannes Brahms
Schicksalslied op.54
1871
Leonard Bernstein
Chichester Psalms
1965
Johannes Brahms
Sinfonie Nr. 1 c-Moll op.68
1862-77
Solist des Tölzer Knabenchores
Wiener Singverein
Andrés Orozco-Estrada Dirigent
Preisinformation:
Tickets für junge Erwachsene für 8€ Preise 60/48/38/26/20/12 €
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