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PHONOLOGUES: Fury/Femininity

Wut ist eine Emotion, die im öffentlichen Raum sehr unterschiedlich bewertet wird – je nachdem, wem sie zugeschrieben wird. Während sie in vielen Kontexten als Durchsetzungskraft, Klarheit oder Stärke gelesen werden kann, wird sie bei FLINTA* Personen häufig schneller pathologisiert oder moralisch verurteilt: als „zu viel“, „zu laut“, „zu emotional“. Nicht selten kippt die Wahrnehmung ins Abwertende – Wut wird zur Pointe, zum Warnschild, zur Projektionsfläche. Die Botschaft dahinter ist klar: Bestimmte Formen von Ärger sollen sichtbar sein, andere besser nicht.

PHONOLOGUES Fury/Femininity setzt genau hier an und rückt FLINTA* Wut als ernstzunehmende, notwendige Reaktion in den Mittelpunkt. Die Ausstellung versteht Wut nicht als Defekt, sondern als Signal: dass Grenzen überschritten wurden, dass Schutz nötig ist, dass etwas nicht stimmt. Wut kann klären, verbinden, verändern – und sie kann zu Ausdruck werden.

Im Kern der Ausstellung stehen authentische Sprachnachrichten von FLINTA* Teilnehmer*innen. Roh, direkt und ungefiltert öffnen diese intimen Audioaufnahmen einen unmittelbaren Zugang zu dem, was sonst oft verschluckt, relativiert oder wegerklärt wird. Sie machen hörbar, wie Wut erlebt wird – und wie sie ausgesprochen, gehalten, versteckt oder zurückgeholt wird.

Ausgehend von diesen Stimmen haben sechs FLINTA Künstlerinnen* Arbeiten geschaffen oder kuratiert, die die Energie von Wut aufgreifen, übersetzen und verstärken. Die Beiträge zeigen, wie Wut in Kreativität, Widerstand und Verbindung münden kann – und wie aus einem als „unpassend“ markierten Gefühl eine produktive Kraft entsteht.

Fury/Femininity ist die vierte Ausgabe der Reihe PHONOLOGUES, die mit dem Medium Sprachnachricht arbeitet, um gelebte Erfahrungen von FLINTA* Personen als reale, hörbare Perspektiven in den Raum zu stellen. Ziel ist es, FLINTA* Künstlerinnen eine Plattform zu geben und Räume zu schaffen, in denen Fragen von Feminität, Identität und Ausdruck nicht geglättet, sondern sichtbar und verhandelbar werden.