In unserer Reihe „Nichts ergibt Sinn, außer im Licht der Evolution“ betrachten wir die rollende Klimakatastrophe natürlich ebenfalls aus evolutionärer Perspektive: In den letzten 12.000 Jahren unterhielten sauerstoffproduzierende Pflanzen und atmende Organismen einen stabilen Kohlendioxid-Kreislauf, der ein ebenso stabiles Klima garantierte. Das Holozän, die Heimat menschlicher Zivilisation. Dann ließ unser fossiler Hunger die planetare CO₂-Balance aus dem Ruder laufen: In nur 200 Jahren katapultierten wir zusätzlich das CO₂, welches Urwälder und Ur-Algen über hunderte Millionen Jahre lang aus der Erdatmosphäre gefiltert hatten, nun schlagartig in diese zurück. Über 80 % davon in den letzten 30 Jahren. Augenblicklich gelangen jährlich 40 Gigatonnen CO₂ zu viel zurück in die Atmosphäre. Aus Sicht der evolutionären Tiefenzeit gleicht dies einer CO₂-Explosion.
Noch fehlt uns die Technik, dieses wieder aus der Atmosphäre zurückzuholen, obwohl wir fieberhaft daran forschen, das Wunder der Photosynthese künstlich nachahmen zu können. Bis uns das vielleicht gelingt, werden weite Teile unserer Kontinente verwüstet und für Säugetiere unbewohnbar werden. Und das in absehbarer Zukunft. Wir befinden uns längst im sechsten Massenaussterben, auch Defaunation genannt: Jährlich verschwinden über 1.000 Tierarten. Menschen bilden inzwischen 35 % der tierischen Biomasse der Erde. Unsere Nutz- und Haustiere machen mit 58 % über die Hälfte aller Wirbeltiere aus. Der Anteil wild lebender Tiere an Land und im Ozean ist bereits auf 5 % geschrumpft.
Wir waren schlau genug, die Stoffkreisläufe der Natur kollabieren zu lassen.Sind wir auch schlau genug, diese sich wieder erholen zu lassen?
Die Lösungen für die Klimakrise sind da: Energiewende, Wärmewende, Verkehrswende. Doch leider scheitert die Umsetzung hartnäckig am politischen Willen. Mit der Gas-Lobbyistin und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche werden aktuell viele hart erkämpfte Erfolge der Klimabewegung zurückgedreht. Was braucht es jetzt? Gibt es noch Grund zur Hoffnung und wenn ja, warum, wann und wie?
Diese Fragen stellen wir Dr. Bernhard Kegel, Autor des Buches Mit Pflanzen die Welt retten – grüne Lösungen gegen den Klimawandel und Mara Kleine, die seit 2019 Aktivistin bei FRIDAYS FOR FUTURE ist. Im Gespräch mit Matthias Polte loten Bernhard Kegel und Mara Kleine die Möglichkeiten aus, die Kegel in seinem Buch aufführt und die die junge Generation von FRIDAYS FOR FUTURE aktuell aufzeigt.
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