Das sagt der/die Veranstalter:in:
«Frei ist sie geboren, frei wird sie sterben» – um ihre Freiheit zu bewahren, nimmt Carmen sogar den eigenen Tod in Kauf. Mit ihrem kompromisslosen Willen zur Autonomie sprengte sie die Moralvorstellungen ihrer Zeit. Dadurch hebt sie sich von den vielen passiven, sich opfernden Frauenfiguren der Oper des 19. Jahrhunderts ab – einst als Skandalsubjekt, später als Identifikationsfigur, immer als große Projektionsfläche. Regisseur Ole Anders Tandberg greift diese Ambivalenzen auf und arbeitet mit ikonischen Bildern: dem knallroten Flamenco-Kleid, dem Torero-Kostüm und der Stierkampfarena. Doch bleiben diese Symbole nicht unkommentiert, sondern werden überspitzt bis ins Groteske und Makabre. Eine emotionale Achterbahnfahrt mit Ohrwürmern wie der Habanera und dem Toréador-Lied, die noch lange im Gedächtnis bleiben. Der argentinische Dirigent Alejo Pérez, GMD des Teatro Colón in Buenos Aires, debütiert an der Deutschen Oper Berlin. Gaëlle Arquez sorgt als französische Carmen für Charme und Raffinesse, später stellt sich unser neues Ensemblemitglied Kristina Stanek als neue Berliner Carmen vor.
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