Egal, ob wir als Alleinerziehende den Alltag jonglieren oder mit Bürgergeld Angehörige pflegen, ob wir im Krankenhaus über der Belastungsgrenze arbeiten, oder in unseren Communities die Wunden heilen, die alltäglicher Rassismus genauso schlägt, wie die Gewalt, die unseren Körpern und Beziehungen angetan wird – wir alle wissen: Das Leben trägt sich nicht von selbst. Wir tragen es. Und gerade dafür werden wir abgewertet. Wir werden vereinzelt und oft auch gegeneinander ausgespielt.
So unterschiedlich unsere Kämpfe sind, so stellen sich doch gemeinsame Fragen: Wer hält das Leben am Laufen – und unter welchen Bedingungen? Wer bekommt Unterstützung, wer nicht? Wer verfügt über wessen Arbeit, Körper und Zeit?
Die hierarchische Trennung von produktiver und reproduktiver Arbeit ist zentral für die Abwertung sorgender Tätigkeiten und sie ist eine tragende Säule des Kapitalismus: Indem Sorgearbeit als „weiblich“ markiert und ins Private verschoben wird, werden Arbeitskosten gesenkt und Profite gesichert. Unsere Arbeit wird mehrfach ausgebeutet und gleichzeitig werden lebenswichtige Gemeingüter privatisiert. Es geht aber nicht nur um Ökonomie. Die zweigeschlechtliche Arbeitsteilung zementiert außerdem gewaltvolle patriarchale, cis- und heteronormative Geschlechterverhältnisse. All das trifft FLINTA* besonders hart.
Unsere Körper werden sexualisiert und in rassistische wie binäre Normen gezwängt. In der Krise des Kapitalismus erklärt die autoritäre Rechte weltweit, es gäbe nur zwei Geschlechter, sie greift reproduktive Rechte an und versucht, traditionelle Rollenbilder wieder zu normalisieren. Die Abschottung der Grenzen und die gnadenlose Verfolgung von Migrant*innen zeigt, wie die Entmenschlichung fortschreitet und, dass manche Leben noch weniger zählen. Gleichzeitig werden billige Arbeitskräfte angeworben, um die hiesige Care-Krise abzufedern.
Wir wissen, dass Befreiung für alle nur möglich ist, wenn wir den „Herrschaftsknoten“ unterschiedlicher Unterdrückungsverhältnisse gemeinsam angehen.
Feministisch vergesellschaften heißt deshalb, diese geschlechtliche, rassistische und globale Arbeitsteilung anzugreifen – und mit ihr auch die Abwertung und die Unterdrückung derjenigen, deren Arbeit das Leben überhaupt erst möglich macht. Wir wollen kollektive Sorge statt familiärem Zwang, öffentliche Infrastrukturen statt neoliberaler Sparpolitik, Solidarität statt rechter Spaltung.
Wie das gehen kann wollen wir auf der zweiten feminist futures Konferenz gemeinsam diskutieren:
Eingeladen sind Initiativen im Bereich Sorgepolitik, alle, die gegen patriarchale und sexualisierte Gewalt und Femizide kämpfen, oder für queere und trans* Befreiung, für reproduktive Gerechtigkeit und vielfältige Lebensweisen. Diskutiert mit uns über antirassistische und internationalistische Perspektiven in den Kämpfen für Bewegungsfreiheit und Abolutionismus, gegen Krieg und Militarisierung genauso wie für Klimagerechtigkeit.
Wie können wir unsere Kämpfe besser verbinden? Und welche Strategien braucht eine queer-feministische und antirassistische Bewegung in Zeiten autoritärer Verschiebungen? Lasst uns Erfahrungen teilen, Allianzen knüpfen und konkrete Schritte hin zu einer sorgenden, solidarischen Gesellschaft entwickeln.
Die Konferenz ist kostenfrei und für alle Geschlechter offen. Es wird Workshops geben, die nur für FLINTA* sind.
Alle Infos hier: https://www.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/FL8C2
Gemeinsam Events erleben
Events werden noch schöner wenn wir sie teilen! Deshalb kannst du dich jetzt mit Friends und anderen Usern vernetzen um Events gemeinsam zu besuchen. Loslegen