Im Rahmen der Dialogausstellung im Japanischen Kulturinstitut Köln erschaffen Gabi Schillig und Yui Kawaguchi einen sich transformierenden Raum – eine fragile Landschaft aus Stoffen, Worten, Klang und Bewegung, in der Erinnerung, Verwandlung und Vergänglichkeit körperlich erfahrbar werden.
Ist das Tragen, das Umhüllen, das Halten von etwas eine Fessel oder eine Befreiung? Sind Kleidung und Stoff schützende Hüllen – oder Membranen, die uns mit der Welt verbinden? Und vergeht schließlich alles Leid und alle Freude wie der Tau am Morgen?
Inspiriert von der japanischen Hagoromo-Legende und Grimms Die sechs Schwäne erkunden die Künstlerinnen die verborgene Kraft des „Tragens“ – und bringen eine Vorstellung von Vergänglichkeit zum Vorschein, die sich wie ein unsichtbarer Faden durch deutsche und japanische Mythen zieht. Zwei Geschichten, in denen ein magisches Gewand, eine zweite Haut aus Stoff, das Leben seiner Träger*innen wendet.
Aus weichen, flüchtigen Stoffen, Licht, Raum und Bewegung entsteht eine atmende Architektur – durchlässig, geschichtet im Raum, strömend, fließend in der Zeit und sich schließlich auflösend. Das Innen wird zum Außen, das Selbst zur Welt. Die Weichheit der Materialien lässt vermeintliche Grenzen verschwimmen: Zwischen Du und Ich, Natur und Mensch, Innen und Außen. Die Ausstellung verwandelt Leben und Sprache in eine Erfahrung von Freiheit.
In dieser transluzenten Landschaft verschmelzen tänzerische Erzählung und architektonische Fragilität zu einem poetischen Geflecht, in dem Stoffe Worte tragen, Bewegungen Erinnerungen hinterlassen und der Raum zum Resonanzkörper des Flüchtigen wird.
Gabi Schillig ist Gestalterin und Künstlerin. Sie erkundet Raum und Architektur als Erweiterung des Körpers und Medium der Kommunikation. Ihre soft architectures – von textilen Hüllen bis zu immateriellen Membranen – machen Raum- und Körpergrenzen durchlässig und vergänglich. In ihrer künstlerischen Forschung zu topologies of softness entwickelt sie experimentelle dialogische und performative Räume. Sie ist Professorin an der Universität der Künste Berlin.
Yui Kawaguchi ist eine vielfach ausgezeichnete Tänzerin und Choreografin. Sie arbeitet unter anderem mit Aki Takase, den Flying Steps und Nico and the Navigators. 2024 choreografierte und tanzte sie Anna II in „Die sieben Todsünden“ im Berliner Konzerthaus unter der Leitung von Joana Mallwitz. Darüber hinaus erweitert sie ihre Tanzsprache in die 3D-Animation und entwickelte Virtual Reality- (VR-) und Augmented Reality- (AR-) Tanzausstellungen.
Der Begriff moroyaka im japanischen Titel ist eine Wortschöpfung von Yui Kawaguchi.
- gabischillig.de
- mendora.com
Mit freundlicher Unterstützung durch The PhotoBookMuseum
Gefördert von JTI
Preisinformation:
Eintritt frei. Bitte beachten Sie, dass das Institut Mo - Fr zwischen 13 und 14 Uhr geschlossen hat.
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