FOTO: © Neofelis Verlag, Bearbeitung: Hedda Kage

HIMMELWEG von Juan Mayorga

Das sagt der/die Veranstalter:in:
Ein Schweizer Abgesandter des internationalen Roten Kreuzes kommt in ein von den Nationalsozialisten als "Vorzeigelager" eingerichtetes Konzentrationslager, um sich ein Bild von den Haftbedingungen zu machen. Der namenlose "Besucher" ahnt, dass ihm etwas vorgemacht wird, als ihn der ebenfalls namenlose Lagerkommandant persönlich und der "von Berlin" ausgewählte Jugendrat namens Gershom Gottfried durch die idyllische Anlage mit Park, Musikpavillon, Synagoge, Kinderspielplatz, den Bahnhof mit der berühmten, von Peter Henlein aus Nürnberg vor 500 Jahren gebauten, bis heute präzisen Uhr und die Rampe ("Himmelweg") zur Krankenstation vor dem Wäldchen am Fluss führen. Von beiden geradezu genötigt, alles zu fotografieren, um die Bilder von diesem Lager in seinem anschließenden Bericht in die Welt zu tragen, spürt der Berichterstatter von Beginn an, dass alles, was er beobachtet - die mit einem Kreisel spielenden Jungen, das Liebespaar auf einer Bank, der Luftballonverkäufer, das mit der Puppe am Flüsschen singende Mädchen - wie extra für ihn inszeniert wirkt, dass er unfreiwillig und hilflos in eine von beiden "Funktionären" in Übereinstimmung vorbereitete Falle laufen soll. Als er dann den Bericht für die internationale Öffentlichkeit verfasst, fragt er sich, welche Rolle ihm persönlich in diesem kunstvollen Manipulationsdreieck zukommt, denn er weiß: "Was ich sehe, sieht die Welt", und die eigene Erinnerung wird zum jede Nacht wiederkehrenden Albtraum.

Thematischer Ausgangspunkt für die Konstruktion dieses Stückes war für den Autor Juan Mayorga das wahnwitzige Unternehmen der Nazis, noch im August/September 1944 im Ghetto Theresienstadt den Propagandafilm "Der Führer schenkt den Juden eine Stadt" zu drehen, der aber kriegsbedingt öffentlich nie gezeigt wurde. Was Juan Mayorga vor dem Hintergrund der Geschichte existenziell beunruhigt, ist die abgründige Verknüpfung von Theater und Täuschung in diesem thematischen Zusammenhang.

Preisinformation:

5.00 - 25.00€ Liebes Publikum, zur Zeit ist nur Barzahlung möglich. 25,00 € Soli-Ticket* 15,00 € Normalpreis 10,00 € Rentner*innen, Arbeitslose, Auszubildende und Student*innen 5,00 € Schüler*innen, Menschen mit Behinderung, BerlinPass-Inhaber*innen *Sie spenden 10 Euro für die Freunde des TuD e. V. Das TuD ist nicht barrierefrei!

Location

WABE Danziger Straße 101 10405 Berlin

Location | Theater

Theater unterm Dach
Theater unterm Dach Danziger Str. 101 10405 Berlin

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