Il Gattopardo

Das sagt der/die Veranstalter:in:
von Giuseppe Tomasi di Lampedusa

Aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber

Bühnenfassung von Pınar Karabulut und Hannah Schünemann

Schauspielhaus Zürich

Premiere: 29.11.2025

 

In opulenten, bis ins Detail ausgestatteten Palasträumen erzählen Pınar Karabulut und ihr Team stimmungsvoll und eindrücklich die Geschichte von Il Gattopardo als Untergang einer Familie und eines Lebensstils im Zuge von politischen Umbrüchen.

Der sizilianische Fürst Don Fabrizio di Salina ist ein Patriarch alter Schule – einflussreich, gebildet, standhaft. Doch die politischen Umbrüche des 19. Jahrhunderts wirbeln seine angesehene Adelsfamilie durcheinander: Sein Neffe Tancredi schließt sich dem Freiheitskämpfer Garibaldi an und in Gestalt der jungen Angelica hält das Bürgertum Einzug in seine Familie. Wie beeinflusst die neue Weltordnung individuelle Sehnsüchte? Kann sich eine Welt, deren Macht Einzelnen zuteilwird, wirklich verändern? In Giuseppe Tomasi di Lampedusas atmosphärisch dichtem Roman Il Gattopardo verschmelzen Ambiente und Erzählung, Ortsbeschreibung und Familienpsychologie. Pınar Karabulut schafft zusammen mit dem Ensemble ein groß angelegtes, stimmungsvolles Porträt einer Epoche, das durch die beeindruckenden Bühnenbilder von Michela Flück, die prächtigen Kostüme von Sara Valentina Giancare und die fein komponierten Klanglandschaften von Daniel Murena mehrdimensional plastisch hervortritt.

 

Jurybegründung

„Theaterabende wie Pınar Karabuluts Adaption von Giuseppe Tomasi di Lampedusas Il Gattopardo sind selten geworden. Zusammen mit der Bühnenbildnerin Michela Flück und der Kostümbildnerin Sara Valentina Giancare lässt Karabulut das aristokratische Sizilien des Risorgimento auf magische Weise wieder aufleben. Die Opulenz der Räume wie der Kostüme und das meist ungebrochen psychologische Spiel des Ensembles ziehen das Publikum tief in das 19. Jahrhundert hinein. Es kann sich in der Schönheit dieser untergehenden Welt ebenso wie in der melancholischen Noblesse des von Markus Scheumann gespielten Fürsten Don Fabrizio verlieren. Zugleich kann es aber auch Symptome unserer eigenen Zeitenwende erkennen. Karabulut bleibt nah an Lampedusas Roman und nimmt so unsere krisengeschüttelte Wirklichkeit in den Blick. Scheumanns Schlussmonolog ist nicht nur die berührende Lebensbilanz eines Sterbenden. Er ist auch eine Mahnung, anders als Don Fabrizio für das Bestehende zu kämpfen.“

– Sascha Westphal für die Theatertreffen-Jury

Zum Videostatement

 

Künstlerisches Team

Pınar Karabulut – Regie

Michela Flück – Bühne

Sara Valentina Giancane – Kostüme

Daniel Murena – Musik

Michel Güntert – Licht

Hannah Schünemann – Dramaturgie

Besetzung

Markus Scheumann – Don Fabrizio, Fürst von Salina

Nicola Gründel – Maria Stella Corbera, Fürstin von Salina

Sophia Mercedes Burtscher – Concetta Corbera di Salina

Peter Knaack – Pater Saverio Pirrone

Mouataz Alshaltouh – Tancredi Falconeri

David Rothe – Paolo Corbera di Salina, Herzog von Querceta / Carlo Cavriaghi, Graf aus Mailand

Alexander Angeletta – Don Calogero Sedàra

Mirjam Rast – Angelica Sedàra

Michael Neuenschwander – Don Ciccio Tumeo

Pino Simili – Mimi

Lukas Rathjen – Pastorello / Domenico

Ronja Melissa Leute – Carolina / Luigi

Preisinformation:

17,00 - 58,00€ Hinweise zur Sitzplatzwahl bei Übertiteln

Location

Berliner Festspiele

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