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In Zeiten des Übergangs – Aktuelle lettische Literatur

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Zwei preisgekrönte Romane, zwei außergewöhnliche Perspektiven auf Lettland im Wandel

Die lettischen Autoren Svens Kuzmins und Andris Kalnozols stellen ihre neuen Romane vor – beide Gewinner des nationalen lettischen Literaturpreises und nun erstmals auf Deutsch erschienen bei der edition.fotoTAPETA.

 

„Rigaer Freiheit“ von Svens Kuzmins (aus dem Lettischen von Lil Reif)

Was, wenn ein Haus erzählen könnte? In seinem gefeierten Roman „Rigaer Freiheit“ lässt Kuzmins genau das geschehen: Ein altes Rigaer Stadthaus wird zum Chronisten der Jahrhundertwende, einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs. Einst glanzvoll, nun heruntergekommen, beherbergt es eine Gemeinschaft von Mietern am Rande der Gesellschaft – Menschen, die so leben, als hätte sich nichts verändert. Doch dann zieht der Enkel des ehemaligen Besitzers ein, ein junger Kunststudent. Mit ihm kommt eine neue Generation von Künstlern und Schriftstellern, die am Vorabend einer neuen Ära nach Wahrheit und Schönheit sucht. Ein atmosphärischer Roman über Vergänglichkeit, Erneuerung und die Frage, was bleibt.

Gewinner des nationalen lettischen Literaturpreises 2025

„Kalender“ von Andris Kalnozols (aus dem Lettischen von Sven Otto)

Oskar ist anders. Seine Gedanken folgen einer kindlich-naiven Logik, doch sein Gedächtnis ist außergewöhnlich: Er kennt alle Namenstage auswendig – daher sein Spitzname „Kalender“. Auf Anregung des Pfarrers beginnt Oskar, Tagebuch zu führen. Was entsteht, ist das warmherzige Porträt eines Außenseiters, dessen besondere Weltsicht ihm einen direkten Zugang zu Kindern, Alten und anderen Randständigen verschafft. Im Laufe eines Kalenderjahres entwickelt sich der autistisch wirkende Oskar zum Mittelpunkt eines skurrilen Freundeskreises – eine amüsante, bewegende und überraschende Geschichte über die Kraft der Andersartigkeit.

Gewinner des nationalen lettischen Literaturpreises 2021

Zwei Romane, die zeigen: Gerade die ungewöhnlichen Perspektiven offenbaren das Wesentliche einer Gesellschaft im Wandel.

Moderation: Andreas Rostek
Eine Veranstaltung von LATVIAN LITERATURE und edition.fotoTAPETA Berlin

Svens Kuzmins: Geboren 1985 in Rēzekne, lettischer Schriftsteller, Künstler und Schauspieler. Schreibt Prosa, Kritiken und journalistische Beiträge, experimentiert aber auch mit Formen der bildenden Kunst. Einer der Initiatoren und Autoren des Sketch-Theaterprojekts NERTEN. Sein erster Roman Hohma / Hokhmah wurde 2021 für den Literaturpreis der Europäischen Union (EUPL) nominiert. Kuzmins‘ Werke wurden ins Englische, Russische, Litauische, Estnische und Spanische übersetzt.

Andris Kalnozols: Geboren 1983, lettischer Dramatiker und Schriftsteller. Seine Stücke wurden am Lettischen Nationaltheater, am Dirty Deal Teatro und am Ģertrūdes ielas teātris inszeniert. Kalnozols beschäftigt sich seit 1999 mit kreativem Schreiben und veröffentlichte in verschiedenen Zeitschriften. Sein Debütroman „Kalendārs mani sauc“ erschien Ende 2020 im lettischen Original.

Andreas Rostek, geboren 1955, ist Journalist, Übersetzer und Verleger der edition.fotoTAPETA. Studium der Politikwissenschaft in Berlin und Bologna. Er war einer der Mitbegründer der Tageszeitung taz und arbeitete viele Jahre als Redakteur, Auslandskorrespondent, Redaktionsleiter und Fernsehredakteur. Er lebte mehrere Jahre in Rom und Lugano sowie in Berlin und Washington, ist verheiratet und lebt wieder in Berlin.

Location

Lettrétage e.V. Veteranenstraße 21 10119 Berlin

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