Vortrag und Zeitzeugengespräch
Das legendäre Sparwasser-Tor bei der WM 1974 ist fest im deutschen Gedächtnis verankert. Doch jenseits dieses historischen Moments existiert eine fast vergessene Geschichte deutsch-deutscher Duelle auf dem Rasen, die oft unter extremem politischem Druck stattfanden. Die Veranstaltung „Ost gegen West“ holt diese brisanten sportlichen Begegnungen aus dem Schatten der Geschichte.
Im Fokus stehen insbesondere die legendären Qualifikationsspiele zu den Olympischen Spielen 1960 und 1964. In einer Zeit, in der der Kalte Krieg seinen Höhepunkt erreichte, waren diese Partien zwischen dem DFB und der DDR-Elf mit massiver politischer Rhetorik aufgeladen. Selbst das WM-Spiel von Hamburg 1974 war nicht allein sportlicher Natur. Unter dem Decknamen „Aktion Leder“ überwachte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) das Geschehen akribisch, um jede Form von „Verbrüderung“ im Keim zu ersticken. Als besondere Gäste begrüßen wir zwei Legenden, die die deutsch-deutsche Rivalität hautnah auf dem Platz erlebt haben: Harald Irmscher (DDR-Nationalspieler, Olympiateilnehmer 1972) und Ronald Worm (DFB-Nationalspieler, Olympiateilnehmer 1972). Gemeinsam blicken sie auf das emotionale Duell von München 1972 und Hamburg 1974 zurück und berichten von den Spannungen und der Atmosphäre einer geteilten Fußballnation.
Der Historiker Dr. René Wiese (Zentrum deutsche Sportgeschichte) führt in die Hintergründe dieser hochpolitischen Sportgeschichte ein. Durch den Abend führt der bekannte Sportjournalist Andreas Käckell (NDR).
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