Vortrag und Gespräch
Fußball in der DDR war weit mehr als Sport: Er war eine Bühne für Eigensinn, Protest und die Sehnsucht nach Freiheit. Die Veranstaltung „Im Objektiv der Staatsmacht“ beleuchtet ein brisantes Kapitel der deutschen Fußballgeschichte und zeigt, wie das SED-Regime die Stadien als Gefahrenherde für den Sozialismus markierte.
Der DDR-Fußball bot den Zuschauern, Fans und Subkulturen inner- und außerhalb des Stadions einen breiten Raum für unerwünschtes Verhalten. Politische Kritik, ziviler Ungehorsam oder Sympathiebekundungen gegenüber westdeutschen Vereinen wurden von der Staatsführung als direkte Gegnerschaft zum Staatssozialismus gedeutet. Die Konsequenzen waren drakonisch: Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) und die Deutsche Volkspolizei (DVP) gingen repressiv und zuweilen brutal gegen Fußballanhänger vor. Aus friedlichen Zuschauern wurden Beobachtete, aus Fans Kriminalisierte. Selbst in den Westen geflüchtete DDR-Fußballer werden in der Bundesrepublik vom MfS durch angeworbene Fotografen überwacht.
Die am 09.06.2026 stattfindende Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg dokumentiert diese engmaschigen Überwachungsmethoden umfassend anhand von Originalaufnahmen aus den Fotoarchiven von MfS und Volkspolizei. Dr. René Wiese (Zentrum deutsche Sportgeschichte) präsentiert neueste fotografische Quellen aus den Beständen des MfS und der DVP. Andreas Käckell (NDR) diskutiert anschließend mit Jens Fuge (Fan von Chemie Leipzig) und Norbert Nachtweih (Eintracht Frankfurt/FC Bayern München, Flucht 1976) über Überwachungsrealitäten durch die DDR in- und außerhalb des Stadions. Die Besucher erhalten einen seltenen Einblick „durch die Linse der Staatsmacht“ und erleben die Geschichte von Protest, Randale und staatlicher Willkür im Schatten der Flutlichtmasten.
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