Von Stephanie Müller und Klaus Erika Dietl mit Karen Modrei, Stefan Wischnewski und zahlreichen Gästen
Musik mit Nähmaschinen? Ist möglich! Eine kleine internationale Szene erforscht den Textil-Sound und lädt zu ihrer zweiten Convention in die Münchner Kammerspiele.
Die Therese-Giehse-Halle verwandelt sich in eine tönende Textilwerkstatt: Beim interdisziplinären Projekt Sharper Than A Needle werden Textilmaschinen und Kurzwaren zu Musikinstrumenten. Ein Nähmaschinenchor stimmt auf den seidigen Fadenlauf des Spinnrads ein, eine Strickmaschine webt elektronische Rhythmen, und ein überdimensioniertes Nähkästchen wird zur Beatmaschine.
Videoprojektionen offenbaren Details der Maschinentätigkeit, während die erzeugten Klänge in Bewegung und Tanz übersetzt werden.
Am 23. Februar 2025 bespielte das Ensemble Dressed in Sound erstmals die Bühne der Münchner Kammerspiele. Aus den Aufnahmen dieser Uraufführung ist nun ein Live-Album entstanden – das am 3. Juni 2026 neben der Performance seine offizielle Veröffentlichung auf Vinyl feiert.
Dass mit Nähmaschinen musiziert wird, wissen die wenigsten. Dabei existiert eine kleine, jedoch weltweit vernetzte Szene. Eine Keimzelle befindet sich in München: Denn eingefädelt wurde die Textil-Sound-Convention Sharper Than A Needle von Stephanie Müller und Klaus Erika Dietl, bekannt über Musikprojekte wie SEWICIDE, beißpony und das internationale Kollektiv ALLIGATOR GOZAIMASU. Seit Jahren arbeiten sie an der Schnittstelle von Textilkunst, experimentellem Pop und Klangkunst, oft in queerfeministischen Kontexten. Kreative Handarbeit rücken sie als Vernetzungstool ins Zentrum. Mit ihren unkonventionellen Performances und Happenings hinterfragen sie Produktionsbedingungen und schaffen gleichzeitig multisensorische Welten.
Realisiert wird die Convention zusammen mit Karen Modrei und Stefan Wischnewski vom Ensemble Dressed In Sound. Gemeinsam erforschen die Ensemble-Mitglieder das akustische Spektrum ihrer Textilmaschinen.
Unterstützt werden sie von Gastkünstler*innen wie der Rollstuhltänzerin Sema Schäffer, der Medienkünstlerin Licia Lumen und Textilkünstlerinnen des Netzwerks Über die Textilie hinaus.
Die Schallplatte ist in enger Zusammenarbeit mit dem Noise-Musiker und Klangkünstler Colin Djukic (ZORK FREE ARTS LAB) entstanden. Veröffentlicht wird das Live-Album beim Label Rheinschallplatten. In limitierter Auflage gibt es zur LP ein magaZINE (icon Verlag) mit Fotos von Florian Freund und weiteren Text- und Bildbeiträgen, die “behind the scenes” einblicken lassen.
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