Eine Tagung der Gedenkstätte Lager Sandbostel und des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit in Berlin.
Die Tagung widmet sich einem bislang wenig beachteten Kapitel der Geschichte des Zweiten Weltkriegs: den Kindern aus sogenannten „verbotenen“ und gesellschaftlich verdrängten Beziehungen zwischen Zwangsarbeiter*innen, Kriegsgefangenen im Deutschen Reich, deutschen Besatzungssoldaten sowie lokalen Frauen oder Männern. Diese Beziehungen waren von Gewaltverhältnissen, rassistischen Zuschreibungen und staatlicher Repression geprägt – ihre Folgen wirkten weit über 1945 hinaus.
Anlässlich der Präsentation der Wanderausstellung „trotzdem da! – Kinder aus verbotenen Beziehungen zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter*innen“, erarbeitet an der Gedenkstätte Lager Sandbostel und bis Mai 2026 in Berlin zu sehen, bringt die Tagung Historiker*innen, Pädagog*innen, Nachkommen der Betroffenen sowie Akteur*innen der Erinnerungskultur in einen interdisziplinären Dialog.
Im Mittelpunkt stehen historische Einordnungen, lebensgeschichtliche Erfahrungen und transgenerationale Perspektiven. Zugleich öffnet die Tagung den Blick auf die Nachkriegszeit sowie auf vergleichende Perspektiven in Europa und darüber hinaus. Ziel ist es, Forschungslücken sichtbar zu machen, Erinnerungskultur kritisch zu reflektieren und Impulse für neue Formen historisch-politischer Bildungsarbeit zu geben.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir bitten um Anmeldung bis zum 15. März 2026: veranstaltung_ns-zwangsarbeit(at)topographie.de. Eine Online-Teilnahme ist möglich.
Programm:
Donnerstag, 19. März 2026
Ab 15:30 Ankommen und Begrüßungskaffee
16:00 Begrüßung und Einführung
Dr. Christine Glauning (Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit), Andreas Ehresmann (Gedenkstätte Lager Sandbostel)
16:30 Projektvorstellung „trotzdem da!“
Lucy Debus (Projekt trotzdem da!), Gwendoline Cicottini (Projekt trotzdem da!/Gedenkstätte Buchenwald)
17:00 Selbständige Besichtigung der Ausstellung
19:00 Öffentliche Abendveranstaltung „The Lion is telling the Story of the Forest“. Film (20 Min.) und Gespräch. Mit Gerd A. Meyer (Sohn aus einer verbotenen Beziehung), Ksenja Holzmann (Denkort Bunker Valentin/Projekt Multi-peRSPEKTif) und N.N. (Projekt Multi-peRSPEKTif) zu multiperspektivischen Perspektiven auf Erinnerungskultur(en) und verbotene Beziehungen. Moderation: Lucy Debus (Projekt trotzdem da!)
21:00 Ende
Freitag, 20. März 2026
09:00 Begrüßung
1 Historische Kontexte
09:15 Panel 1: Kinder aus verbotenen Beziehungen im Deutschen Reich
Marcel Brüntrup (Kommission Alltagskulturforschung für Westfalen), Gwendoline Cicottini (trotzdem da!) Gedenkstätte Buchenwald), Lukas Schretter (Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, Online)
11:00 Kaffeepause
11:15 Panel 2: Kinder aus verbotenen Beziehungen in den besetzten Gebieten
Jakub Gałęziowski (University of Warsaw), Mieke Kirkels (Historikerin, Margraten, Niederlande, Online), N.N.
13:00 Mittagspause
2 Lebensgeschichten und gesellschaftliche Bedingungen
14:15 Panel 1: Lebensgeschichten von Kindern aus unerwünschten Beziehungen während des Zweiten Weltkriegs
Lucy Debus (Projekt trotzdem da!), Sophie Hubbe (Historikerin, München), N.N.
16:00 Kaffeepause
16:15 Panel 2: “Unerwünschte” Kinder in verschiedenen Kriegs- und Gewaltkontexten: Vergleichende Perspektiven
Julia Roos (Indiana University Bloomington), Stef Scagliola (Historikerin, Niederlande), N.N.
18:00 Tageszusammenfassung & Diskussion
19:00 Ende
Samstag 21. März 2026
09:00 Begrüßung
3 Transgenerationale Perspektiven und Erinnerungskultur
09:15 Panel 1: Transgenerationale Folgen der Verfolgung im NS und gesellschaftlichen Ausgrenzung in der Nachkriegszeit
Karen Heddinga (KZ-Gedenkstätte Neuengamme) im Gespräch mit Nachfahren aus verbotenen Beziehungen der ersten und zweiten Generation
11:00 Kaffeepause
11:15 Panel 2: Kinder aus verbotenen Beziehungen in der Erinnerungskultur und juristische Aufarbeitung
Jan Dohrmann (Projekt trotzdem da!) Christine Glauning (Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit), Thomas Muggenthaler (Bayerischer Rundfunk)
13:00 Fazit und Abschlussdiskussion
14:00 Ende der Tagung und Abreise
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