Kokain und Korruption zwischen Lateinamerika und Deutschland
Die transnationale organisierte Kriminalität (TOK) zählt in Lateinamerika zu den größten sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bedrohungen für Gesellschaft, Staat, Umwelt und Entwicklung. Immer neue Formen krimineller Governance untergraben die Legitimität demokratischer Institutionen und Entscheidungsprozesse. Nährboden hierfür sind Korruption, strukturelle Ungleichheit, mangelnde wirtschaftliche Perspektiven sowie begrenzte soziale Aufstiegsmöglichkeiten.
Eine wirksame Politik zur Eindämmung von TOK einen ganzheitlichen Ansatz, der innen-, außen- und entwicklungspolitische Perspektiven zusammenführt und menschliche Sicherheit in den Mittelpunkt stellen. Eine solche strategische Ausrichtung steht im Gegensatz zur Sicherheitsstrategie der zweiten Trump-Administration, die auf militärische Lösungen setzt. Dabei droht die Gefahr, dass der Kampf gegen die Organisierte Kriminalität politisch instrumentalisiert wird, um völkerrechtswidrige militärische Interventionen in der westlichen Hemisphäre zu legitimieren.
TOK stellt längst auch in Deutschland und Europa ein akutes Risiko für menschliche Sicherheit dar. Neben dem Drogenhandel zählen Menschenhandel, Zwangsprostitution, Umwelt- und Waffenkriminalität sowie Cybercrime zu den zentralen Einnahmequellen. Die daraus entstehenden Waren- und Finanzströme gelangen über hochgradig effiziente Lieferketten nach Europa. Gleichzeitig gewinnen kriminelle Netzwerke zunehmend Einfluss auf legale Wirtschaftsstrukturen, insbesondere via Geldwäsche.
Wie strukturieren sich die Lieferketten bzw. Routen von Lateinamerika bis nach Deutschland und welche gesellschaftlichen Dynamiken treiben sie an? Diese Analyse trägt dazu bei, Gegenmaßnahmen angesichts der akuten Kokainschwemme in Deutschland zu identifizieren. Im Fokus stehen die Schnittstellen zwischen staatlichen und kriminellen Strukturen anhand von Beispielen aus Kolumbien, Brasilien und Deutschland sowie die Rolle von Zoll und Häfen.
16.00 - 16.30 Uhr Begrüßung:
Keynote:
16.30 -18.00 Uhr Diskussion mit:
Moderation: Regine Schönenberg, Büroleitung Rio de Janeiro, Heinrich-Böll-Stiftung,
18.00 Uhr Empfang
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