Im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums der GEDOK widmet sich die erste kuratierte Gruppenausstellung des Jahres 2026 dem Thema „Fragmente / Dysfunktion“.
Während das Begriffspaar in der Psychologie eine bestimmte Verfasstheit und deren Folgen beschreibt – etwa eine geistige Fragmentierung, die Funktionsstörungen hervorbringt – eröffnet es in der Kunst eine weiterreichende Bedeutungsebene. Bruchstücke, Leerstellen und Störungen können hier bewusst eingesetzte gestalterische Mittel sein, die darauf abzielen, visuelle Gewohnheiten in Frage zu stellen und gewohnte Wahrnehmungsmuster aufzubrechen.
Das Spiel mit Seherwartungen und die Irritation des Blicks gehören seit jeher zu den prägenden Strategien der Avantgarde. Künstlerische Brüche ermöglichen neue Perspektiven und eröffnen Räume für Interpretation, Fantasie und kreative Weiterführung.
Auch historisch steht diese Haltung in enger Verbindung mit Künstlerinnen und Kunstförderinnen, die bestehende Normen hinterfragten und neue Wege eröffneten – darunter Käthe Kollwitz und Ida Dehmel, deren Engagement maßgeblich zur Sichtbarkeit von Künstlerinnen beitrug.
Vor diesem Hintergrund versteht die Ausstellung das vermeintlich Fehlerhafte nicht als Mangel, sondern als produktive künstlerische Strategie. Fragmentarisch Überliefertes ebenso wie bewusst gesetzte Störungen eröffnen neue Sicht- und Interpretationsweisen – und laden das Publikum dazu ein, eigene Wahrnehmungsgewohnheiten zu hinterfragen.
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