Karolina Dreit und Kristina Dreit
Nur etwa 15 % der Menschen in Deutschland bezeichnen sich heute noch selbst als „Arbeiter*innenklasse“. „Im geschichtslosen Raum neoliberaler Selbstverwirklichung musst du deine soziale Herkunft hinter dir lassen“ kritisieren die Autorinnen Karolina Dreit und Kristina Dreit.
Wer „sozial aufsteigt“, so beschreibt es etwa Didier Eribon in Rückkehr nach Reims, verlässt nicht nur seine Herkunftsklasse, sondern versteckt sie, passt sich an und lernt die unausgesprochenen Regeln des kulturellen Feldes, aus Angst entdeckt zu werden. Gleichzeitig bleiben Erfahrungen von Klasse wirksam: Sie prägen Biografien, Beziehungen und Arbeitsverhältnisse auch dort, wo kaum noch darüber gesprochen wird.
Warum ist es so schwer, über Klasse zu sprechen, und welche Verbindungen entstehen, wenn man es dennoch tut? Diesen Fragen geht das Buch Working Class Daughters. Über Klasse sprechen nach. Die Autorinnen entwickeln darin eine Reihe von „Gesprächen am Küchentisch“, in denen Arbeit, Migration, Queerness, Klassismus im Kunst- und Kulturbereich, Erfahrungen des Klassenwechsels sowie Fragen nach Widerstand und Sorge miteinander verwoben werden. Persönliche Geschichten verbinden sich dabei mit strukturellen Fragen von Klasse in unserer Gegenwart.
Die performative Lesung bringt diese Stimmen auf die Bühne und eröffnet einen Raum, in dem über Klasse gesprochen werden kann – nicht als individuelle Schamgeschichte, sondern als gemeinsame gesellschaftliche Erfahrung.
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Eintritt frei
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