Frei Körper Kultur
Malerei von Vojta Horalek
24.04. - 15.06.2026 | Henny-Brenner Saal
Eröffnung 23.04.2026 um 18:00 Uhr
Geöffnet zu den jeweiligen Veranstaltungen
Die Ausstellung Frei Körper Kultur präsentiert Werke von Vojtěch Horálek.
Symbole erhalten unter ihm eine spielerische Freiheit, die an die Postmoderne erinnert, ohne jedoch in eine Unverbindlichekeit zu verfallen. Im Kern stehen tiefgreifende und ernste Themen, vor allem das Verhältnis von Natur und Kultur und eine Spannung welche nahezu jede Arbeit durchzieht: die Sehnsucht nach Verschmelzung mit der Natur und zugleich das Bewusstsein ihrer Unmöglichkeit.
Der Körper ist für den Künstler zentral: Er ist der Ort, an dem Natur und Kultur aufeinandertreffen, sich kultivieren und zugleich gebunden werden. Der Titel Frei Körper Kultur verweist auf einen Raum, in dem sich Körper und Kultur verbinden – auf das Ideal der Kalokagathie ebenso wie auf dessen ironische Umkehrung. Zugleich erinnert er mit leichter Ironie an die deutsche naturistische Bewegung „Freikörperkultur“, die die Freiheit des Körpers mit der Vorstellung einer Rückkehr zur Natürlichkeit verband. Horálek feiert dieses Ideal weder noch lehnt er es ab; vielmehr untersucht, hinterfragt und erweitert er es um ambivalente Dimensionen von Faszination und Kontrolle, Freiheit und Disziplin.
Neben der thematischen Ebene zeigt auch die formale Seite des Werks eine markante Handschrift. Horálek zeichnet sich durch technische Souvernänität und Erfindungsreichtum aus. Seine reliefartigen, „gepolsterten“ Malereien oszillieren zwischen Bild und Objekt, zwischen Illusion und Realität. Er spielt mit Perspektive, Format und Plastizität, integriert Objektfragmente, schafft illusionistische Spielereien und kleine Bizarritäten. Traditionelle Darstellungsschemata werden relativiert und neu befragt; ihn interessiert die Konstruktion des Bildes als Bühne ebenso wie eine gewisse handwerkliche Erfindungslust.
Auch die Ausstellung selbst konzipiert er in einer mehrdimensionen Bedeutungsraum. Er reagiert auf die Besonderheiten des Raumes, auf die Geschichte und die Patina der ehemaligen Fabrik Zentralwerk. Gerade hier, in einem Raum, der Spuren vergangener Funktionen und Zeitschichten trägt, entfalten sich Horáleks Themen – Körper und Kultur, Ritual und Arbeit, kollektives Gedächtnis und persönlicher Mythos – mit neuer Intensität. Frei Körper Kultur wird so nicht nur zum Titel einer Ausstellung, sondern zu einer Situation: einem Ort der Begegnung und Interaktion zwischen Bild, Raum und Betrachter.
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