In ihren Anfängen waren volkskundliche Museen und universitäre Disziplin eng miteinander verknüpft. Seitdem haben sie sich in verschiedene Richtungen entwickelt – aus den Volkskundemuseen wurden vielerorts Alltagskulturmuseen, aus der Volkskunde Europäische Ethnologie, Empirische Kulturwissenschaft oder Kulturanthropologie. In den letzten Jahrzehnten mussten sich die Alltagskulturmuseen ihren (disziplinären) Standpunkt und ihre gesellschaftliche Relevanz wiederholt neu erarbeiten.
Anlässlich der Pensionierung Elisabeth Tietmeyers als Direktorin des Museums Europäischer Kulturen nehmen wir die letzten Jahrzehnte in den Blick. Wir fragen nach den Veränderungen, parallelen oder gegenläufigen Entwicklungen beider Institutionen und dem Selbstverständnis der Alltagskulturmuseen heute. Wir diskutieren zentrale Konzepte, Themenfelder und Interessen alltagskultureller Museen der jüngeren Vergangenheit. In der Zusammenschau wollen wir so eine Standortbestimmung alltagskultureller Museen ermöglichen.
14:00 Uhr
Ankunft und Eröffnung
Gero Dimter (Vizepräsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz)
Jana Wittenzellner (Stellvertretende Direktorin, Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin)
15:00 Uhr
Neu benannt, neu gedacht? Disziplinäre Transformationen und museale Neuverortungen
Moderation: Jana Wittenzellner (Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin)
Wie europäisch? Reflexionen zur Europäisierung der Sammlungen am MEK
Magdalena Buchczyk (Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin)
Zarte Mutationen und Wandel ohne Namen. Das Volkskundemuseum in Wien
Magdalena Puchberger (Volkskundemuseum Wien)
Museumsarbeit im Umbruch. Ein persönlicher Rück- und Ausblick
Konrad Vanja(ehem. Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin)
17:00 Uhr
Keynote: Kulturkampf, die Politisierung von Kultur und die Rolle kulturwissenschaftlichen Wissens
Markus Tauschek (Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Universität Freiburg)
09:00 Uhr
Vom Ding zum Objekt. Materielle Kultur und ihre Musealisierung
Moderation:Matthias Thaden (Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin)
Venezianische Gondel oder Dönerspieß im Museum? Wie das materielle Kulturerbe (immer noch) polarisiert
Nina Gorgus (Historisches Museum Frankfurt a.M.)
Wie Dinge zu Zeugen werden. Ist ihnen zu trauen?
Hans-Peter Hahn (Institut für Ethnologie, Goethe-Universität, Frankfurt a.M.)
Material Encounters. Contemporary Art and the Reinterpretation of Ethnographic Objects
Zvjezdana Antoš (Ethnografisches Museum, Zagreb)
11:00 Uhr
Immaterielles Kulturerbe zwischen Praxis, Musealisierung und Identitätsstiftung
Moderation:Judith Schühle (Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin)
Partizipative, transformative und zukunftsorientierte Potentiale von immateriellem Kulturerbe in der Museumsarbeit
Gertraud Koch (Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Universität Hamburg)
Materielles Erbe in immateriellen Kulturerbepraktiken. Zur Rolle von Museen für die Erhaltung von Objekten in Bewegung
Sophie Elpers (Heritage Department/Faculty Design Sciences, Universität Antwerpen & Meertens Instituut, Amsterdam)
Der Steiger kommt? Bergbau und kulturelles Erbe im Spannungsfeld zwischen Tourismus, Traditionspflege und Protest
Ira Spieker (Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Dresden)
14:00 Uhr
Deutungsmacht und Teilhabe. Partizipative Wissensproduktion im Museum
Moderation: Sofia Botvinnik (Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin)
Áimmuin. Ancestral Heritage and Modern Meanings
Eeva-Kristiina Nylander (Institut für Samische Studien, Universität Oulu)
Zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Die Ausstellung „Wir sind von hier“ und die partizipative Museumsarbeit Verda Kaya (TAM-Museum, Berlin)
Das Museum als relationales Netzwerk
Léontine Meijer-van Mensch (Stadtmuseum Rotterdam)
16:00 Uhr
Abschluss und Verabschiedung
Eintritt und Teilnahme kostenfrei
Anmeldung erbeten
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