PHOTO: © Everyday Practice

Loneliness in Future Societies

In the organizer's words:
Wie werden wir in Zukunft miteinander leben – und was trennt uns voneinander? Zwischen digitaler Vernetzung, globaler Ungleichheit und politischer Überwachung verändern sich soziale Beziehungen grundlegend. Technologien können Isolation verstärken, Fürsorge ersetzen und Nähe in Daten übersetzen. Zugleich eröffnen sie neue Möglichkeiten für Solidarität, Selbstermächtigung und neue Formen von Verbundenheit. Das Abschlusspanel des Programmschwerpunkts “Being Alone” versammelt Perspektiven aus unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Kontexten, die sich gegenseitig als mögliche Zukunftsbilder herausfordern und inspirieren.Zum Auftakt entwirft Payal Arora, Professorin für Inclusive AI Cultures an der Universität Utrecht und Gründerin des Inclusive AI Lab, in ihrer Keynote eine hoffnungsvolle Perspektive. Ihre Forschung zeigt, wie Menschen im Globalen Süden neue Technologien nutzen, um Entfremdung und Ausbeutung entgegenzuwirken.Xiang Biao, Direktor für ethnologische Forschung am Max-Planck-Institut und Begleiter des dreitägigen Programms, fragt, wie technologische Infrastrukturen unsere Vorstellungen von Einsamkeit verändern – und wie sie unsere Fähigkeit prägen, komplexe zwischenmenschliche Beziehungen zu gestalten.Auch Daniel Schreiber, Schriftsteller und Journalist, richtet den Blick auf neue Möglichkeiten: Er untersucht, welche Formen von Verbundenheit aus dem Wandel traditioneller Partnerschaftsmodelle entstehen können – und wie sie auf Sinnverlust und Vereinzelung antworten.Demgegenüber beschreibt Elira Turdubaeva, Marie-Curie-Forschungsstipendiatin am Forschungszentrum für Osteuropa der Universität Bremen, wie Einsamkeit in repressiven politischen Systemen zum Gegenstand von Berechnung, Steuerung und Manipulation wird – und wie dadurch Solidarität und Widerstand geschwächt oder unmöglich gemacht werden können.Die Frage nach Einsamkeit ist damit auch eine Frage nach Macht, Teilhabe und dem sozialen Zusammenhalt kommender Gesellschaften. Zugleich eröffnet sie die Suche nach neuen Formen von Nähe, Fürsorge und Gemeinschaft.

Location

HAU Hebbel am Ufer Stresemannstr. 29 10963 Berlin
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